The Old Man of Storr

Nach einem Tag ausspannen, ging es in den Norden von Skye. Der Old Man of Storr stand auf dem Programm. Kurz nach dem Ortsausgang von Portree, dem grössten Dorf auf der Insel (oder darf man es schon Stadt nennen?) ging es auf eine Single Track Road. Ich liebe diese Strassen, da kann man sein Auto mal so richtig austesten und es wird nie langweilig. Schon bald sah man die markante Felsformation des Old Man of Storr.

Bis zum Parkplatz, wo die kurze Wanderung startet, war es aber noch ein bisserl hin. Im Gegensatz zu sonstigen Zielen, war hier schon mehr los. Das Felsgebilde ist ein beliebters Ausflugsziel und mit ein Wahrzeichen von Skye, also Pflichtprogramm für Touristen. Am Parkplatz war es schon so richtig stürmig und diverse Tüten flogen aus verschiedenen Kofferräumen auf und davon. Aber von Regen war erstmal keine Spur.

Der gut ausgebaute Wanderweg (nennen wir es Pfad) führte mehrere Male durch kleine Nadelwäldchen und war ein wenig steil. Zumindest für meinen lädierten Fuss. So wurde sich sehr, sehr häufig auf den Wanderstöcken aufgestützt, um so oft wie möglich den Fuss zu entlasten. Ausser als Quasikrücken wurden die Stöcke auch benutzt, um die Tiefe von Pfützen und Schlammlöchern zu testen. Oft sind Pfützen viel flacher und fester im Untergrund als die erdigen Stellen ringsherum.

Irgendwann kam ich dann doch vor dem Gebiet des Old Man an. Dieses war eingezäunt und ein Schild warnte vor dem Betreten bzw. geschah das Betreten auf eigene Gefahr.

The Storr ist sehr altes Gestein und erodiert stark durch die stetige Witterung. Der schmale Pfad hoch zum Old Man of Storr war gut präpariert, aber sehr steil. Der markante Fels war riesig. Das fiel aber nur dann auf, wenn jemand direkt am Fusse des Felsens stand. Ein weiteres Schild, warnte vor Steinschlag und das es nicht empfehlenswert sei, den Fels auf diesen Pfad zu umrunden. Da der Wind schon fast sturmartig blies und es zudem anfing zu regnen, wodurch der Weg ein wenig rutschig wurde, sah ich von der Umrundung endgültig ab.

Auf den Weg den Berg runter, wurden die Stöcke dazu verwandt im starken Wind auf dem Weg zu bleiben und nicht weggeweht zu werden. Im Wind fiel man fast vornüber, was einen Sturz einige Meter nach unten bedeutet hätte. Durch den Regen war meine Brille so nass geworden, das es für mich schon schwierig genug war, zu sehen wo ich hintrat. Der Wind war zwar sehr stark, aber er war nicht kalt. Bald hörte der Regen auf und die Sachen konnten auf dem Weg nach unten im immer noch starken Wind trocknen.

Weiter ging es dann auf der Inselteilumrundung. Der Wanderführer wies eine längere, aber sehr flach verlaufende Strecke weiter nördlich auf. Da ich aber kein Platz zum Parken fand, fiel diese Wanderung aus (den Fuss wird es gefreut haben). Auch den Wasserfall von Lealt liess ich links (respektive rechts) liegen.

Dafür wurde am Kilt Rock halt gemacht. Eine sehr beeindruckende Klippe und ein sehr schöner hoher Wasserfall. Das Geländer, welches die Klippe für die Besucher absichert, war zu einem Windspiel gestaltet wurden. Durch Löcher, welche im Geländer angebracht waren, pfiff der Wind und erzeugte sehr interessante Laute.

Der Wind war so stark, das es kaum möglich war, die Kamera ruhig zu halten. Als ich ins Auto einsteigen und die Tür schliessen wollte, welche im Wind stand, war es mir nicht möglich sie zu schliessen, so stark war der Druck des Windes. Der Motorradfahrer, der sich neben mir zur Abfahrt fertig machte, schloss sie für mich. Da er die Tür schieben konnte, hatte er bessers Chancen als wenn ich zog.

Weiter ging es die stürmische Küste entlang. Kurz hinter Staffin wurde noch mal von den Klippen fotografiert. Weiter sollte es nach Uig gehen. Aber nicht alleine. Kurz nach dem Fotostopp nahm ich einen Tramper auf. Der junge Mann hat nicht gewusst, das Sonntags kein Bus auf dieser Strecke fährt, aber er wollte noch eine Fähre von Uig zu den Äusseren Hebriden erreichen. So ersparte ich ihm 7 Meilen Weg bei stürmischen, wenn auch trockenem Wetter mit sperrigen Gepäck. Er hatte ein Bergzelt oder so bei sich, Format A1 und somit ein prima Segel.

Nachdem ich ihn am Fährterminal abgesetzt habe (keine Ahnung ob es an diesem Tag noch eine Fähre gab) ging es weiter mit der Küstentour. Auf zum Coral Beach. Wenn der Wind nicht so stark gewesen wäre, hätte es wie ein karibischer Strand aussehen können, immerhin kam die Sonne langsam raus. Wäre nicht grade Flut gewesen, hätte man trockenen Füsses zu einer winzigen vorgelagerten Insel laufen können. Aber schwimmen wollte ich dann doch nicht.

Auf dem Weg zurück (mal wieder eine Single Track Road) hatte ich noch eine etwas unschöne Begegnung. Da standen mitten auf der Strasse ca. 15 Touristen rum und fotografierten schottische Hochlandrinder, die beiderseits der Strasse standen und grasten. Der Kleinbus der Touristen und ein Caravan blockierten dadurch zwei Passing Places (gleich hinter einer, auf einem kleinen Anstieg, durch einen Fels verborgene Kurve). Ich hatte aber keinen Bock zu warten bis die Pauschaltouristen mit ihren Rindviecherfotografieren fertig sind. Die Rinder gibt's in Schottland und auf Skye so einige, zwar nicht ganz so häufig wie Schafe, aber ausreichend. Also im langsamen Tempo die Strasse weiter. Das führte dazu, das einer von den Fototouristen den Kopf schüttelte. Eh, was soll das. Erst die Strasse blockieren und sich dann noch beschweren, wenn man sie ordnungsgemäss nutzt? Nicht mit mir. Anhalten "Where is the problem?" Im breitesten Deutsch kam zurück "Sie sind Deutsche, oder? Merkt man!" Merkt man woran? (Ausser am gut erkennbaren Nummernschild) Das wollte ich dann nicht mehr wissen, man merkte auch, das ich es mit Pauschaltouristen zu tun hatte. Ohne jede Rücksicht auf der Strasse rumhopsen, nur um ein paar Schnappschüsse zu machen und dabei den Verkehr aufhalten und das auch noch an einer unübersichtlich gewordenen Stelle durch die Blockade der Passing Places. Ich schau die ganze Zeit zu, das ich bei meinen Fotostopps niemanden zu Notbremsungen oder Ausweichmanövern nötige, nicht an unübersichtlichen Stellen stehe oder anderwertig irgendwen behindere und dabei auch auf diverse Stopps verzichte und dann regen sich so nen paar Fototouristen auf, weil man mit nem Auto auf einer Strasse fährt und Rindviechern keine Beachtung schenkt. Selbst die Schafe sind kooperativer. Die schauen einem kurz an, gehen zur Seite so das man vorbeifahren kann und hinter einem stellen sie sich wieder auf die Strasse und knabbern am Gras. Was Schafe können, sollte man doch auch von Zweibeinern erwarten können, oder? Die andern haben es auch geschafft, bin schon an einigen Stellen an Fussgängern (auch mit Fotoapparat) vorbei. Die sehen ein Auto kommen, stellen sich hintereinander, man selber verringert das Tempo und fährt vorbei. Hat bis jetzt immer gut geklappt, nur mit deutschen Bustouristen klappt es nicht.