2010_urlaub_intro

Berichte von den Wanderungen und Erlebnissen des Tages sowie die dazugehörigen Bilder in der Galerie

Die Tagesberichte sind alle online. Und auch fast alle Bilder. Ich will auch noch Panoramabilder online bringen, aber das geht in der normalen Galerie nicht, da werd ich mir noch was ausdenken müssen.

   

Day 01: Auf zur Fähre und nach England

Schlafen. Ich möchte einfach nur schlafen. Gestern spätabend nach den Packen (hat etwas länger gedauert als gedacht), erst nicht einschlafen können und dafür heute morgen vor dem Wecker schon wieder wach.

Also die Taschenparade ins Auto,

der Flur sah lustig aus wie die IKEA-Taschen sich da aufreihten. Wie lang fahren nochmal wieviel Personen weg? Die Wanderschuhe wurden fast vergessen einzupacken, aber sonst sollte alles da sein.

Und rein ging es in den Berufsverkehr bei (noch) leichten Regen. Das Baustellen kommen inkl. Stau war mir bekannt, deswegen hatte ich schon gestern beschlossen, die Frühstückspause erst bei Bad Oeynhausen einzulegen. Und weil ich so früh los bin, musste auch dort die Verpflegung geholt werden.

Ich hatte über 3Stunden Puffer bis zur Ankunft in Ijumuiden, da sollte einiges an Stau locker zu nehmen sein, solang es keine Vollsperrung ist.

In Bad Oeynhausen ging es in den Werre-Park um Brötchen und Belag zu organisieren. Wieder am Auto sah ich wie eine heruntergekommene Frau in den Mülleimer wühlte und Reste aus Schnellimbisstüten klaubte. Jeden Tag eine gute Tat! Ein Brötchen und 2 gekochte Eier sind geniessbarer als Burgerreste vom Vortag. Und ich konnte auf diesen kleinen Teil meiner Verpflegung leicht verzichten.

Nur kurze Zeit später war die erste Augenausruhphase fällig. Mehr war aufgrund von Unruhe nicht drin. Also weit gen Niederlande und rein in das zweifelhafte Vergnügen.

Das es in den Niederlanden nicht alle naselang böse Auffahrunfälle gibt ist mir nen Rätsel. Sicherheitsabstand ist ein Fremdwort. Egal wie das Wetter ist. Das Wasser stand zum Glück nicht auf der Bahn, aber die Scheibenwischer liefen auf Hochtouren und bei Tempo 120, waren die Abstände als ob man im dichten Stadtverkehr unterwegs ist. Wo eh schon kein Abstand ist, kann man sich aber prima reindrängeln bzw. schnell nach links rüberziehen bevor man dem Vordermann auf der rechten Spur doch reinfährt. Ich konnte kaum glauben, was sich mir da so an Fahrkunst bot.

Auf diese Art durch den Regen fahren ist anstrengend, also noch ne längere Pause eingelegt, ich lag eh zu gut in der Zeit. Aber es half alles nichts, ich war sehr deutlich vor Ladeschluss am Hafen. Nochmal schnell volltanken (6 Cent günstiger als an der Autobahn, es wären 9Cent an der SB-Tankstelle schräg gegenüber gewesen, aber in einem Level mit Deutschland).

Die Abfertigung war schon geöffnet und so stellte ich mich diesmal nicht in die erste Reihe ganz links. Nach 30min durften die ersten Autos an Bord und wenig später setzte sich auch meine Reihe in Bewegung. Aber es war nicht so, das die Reihe auch komplett blieb. Einige durften leicht rechts hoch, die beiden direkt vor mir leicht links in eine Ebene und ich wurde angehalten und sollte dann ganz scharf rechts in einen engen Gang. Der linke Aussenspiegel wurde mir eingeklappt und dann hiess es, links, links, weiter links, noch weiter links. Äh, moment mal, links ist eine Wand! „Wie soll ich denn aussteigen?“ „Auf die andere Seite klettern!“

Das hiess, beide Sitze nach hinten schieben und irgendwie die Tür aufbekommen ohne sie gegen den Stahlträger zu hauen. Was machen eigentlich ältere Leute? Oder die, die noch um einiges runder sind als ich? Ich hatte ja schon Probleme nicht am Schalthebel hängen zu bleiben und im Fussraum stand meine Karten- und Dokumentenkiste. Aber ein Glück hatte ich währen der kurzen Wartezeit das Schiffgepäck zusammengesucht und in den Kofferraum gestapelt: Notebook, Abendbrot und Frühstück, Ladekabel für das Kameraakku (ich dachte ich hätte gestern das Akku geladen, nicht das es kaputt ist, auch wenn ich noch zwei andere habe, einen dicken Pullover für den Deckausflug, verstaut im Rucksack und dazu den Koffer wo der Drucker drin ist mit der Waschtasche. Das Deck hat nur einen einzigen Ausgang, der ist ganz vorne und das hiess an über 10Autos vorbei auf einem Weg, der genausobreit wie der Koffer war. Schön im Rückwärtsgang, den Rucksack geschultert um zu kontrollieren, das ich nirgends mit dem Koffer gegenknallte. Drehen war eh nicht möglich.

Ein Deck hoch und ich fluchte schon über das Gepäck. Ich musste nicht nur 4 Decks hoch, sondern rüber auf die andere Seite, ans andere Ende. 3 Decks ohne Fahrstuhl. Auf dem Weg zum Auto in Newcastle sollte sich das auf 2 Decks reduzieren lassen, bleiben aber immer noch 2 sehr enge schmale Treppen über.

Vor dem Schiffsrundgang noch das Mittagessen nachholen und dann los zur Aussendeckbesichtigung, die sehr kurz ausfiel. Feiner Regen bei Wind ist kein Fotografierwetter.

Zurück in die Kabine und die Technik auspacken. Beim Ablegen hör ich bis in meine Kabine Blasmusik. Ich kann nur hoffen, dass die Geräuschkulisse in Art und allgemein in Lautstärke nicht so bleibt. Das Gebläse der Klima-/Heizungsanlage in der Kabine ist schon nicht von schlechten Eltern.

Es gibt eine Neuerung: Durchsage in Deutsch! Oder sollte ich es die letzten beiden Male überhört haben? Andererseits: alles Infomaterial inklusive Rettungsplan ist nach wie vor nur auf Englisch und Niederländisch.

Der Drucker ist auch schon zum Einsatz gekommen, scheint aber leicht seekrank zu sein. Der hat nämlich schief gedruckt. Mir dagegen geht es noch richtig gut, nicht mal nen bisserl flau. Dabei merkt man durchaus die ganze Zeit das das Schiff sich nicht nur nach oben und unten bewegt, sondern auch nach links und rechts. So kann es ruhig bleiben.

Kabine mit Meerblick ist sehr angenehm, man hat noch Tageslicht und klaustrophobische Zustände halten sich in Grenzen. Nur der Kampf mit der Klima-/Heizungsanlage ist ein fortwährender Krampf. Erst war es zu warm, jetzt ist es zu frisch. Und das Bett sieht wirklich verlockend aus. Nur wo soll das hinführen wenn ich noch bei Tageslicht in die Koje gehe und die Nacht wegen der Zeitverschiebung eine Stunde länger ist? Noch ein wenig durchhalten lautet da die Devise.

Mit dem Durchhalten war es dann doch nichts. Nach gut drei Stunden, nach Festlandzeit kurz vor Mitternacht, wieder aufgewacht und beim Blick aus dem Bullauge beschlossen einen Spaziergang an Deck zu machen. Der Himmel war sternenklar. Leider war das Schiff hellerleuchtet so das man nur die hellsten Sterne sehen konnte, dafür aber den orangeroten Mond über den Lichtern der englischen Küste. Der Wind blies zwar etwas, aber es war fast warm. Das Ziel war erreicht, ich war müde von soviel frischer Luft um die Nase geworden.