2010_urlaub_intro

Berichte von den Wanderungen und Erlebnissen des Tages sowie die dazugehörigen Bilder in der Galerie

Die Tagesberichte sind alle online. Und auch fast alle Bilder. Ich will auch noch Panoramabilder online bringen, aber das geht in der normalen Galerie nicht, da werd ich mir noch was ausdenken müssen.

   

Day 05: Falls of Glomach

Hoffentlich ermöglicht morgen der Wind den geplanten Boottrip nach Eigg. Heute hat es ja heftig geweht, nachdem es gestern Nachmittag angefangen hatte. Deswegen fuhren heute keine Boote, somit kein Loch Coruisk für mich, aber die Möglichkeit mich nochmal an den Falls of Glomach zu versuchen.

In der Entfernung zum Startpunkt hatte ich mich schonmal vertan. Eilean Donan Castle ist in der Nähe vom letztjährigen Start. Bis Morvich waren es noch ein paar Kilometer mehr. Da kurz vorm Parkplatz die Beschilderung auf Kintail Visitor Center wechselte bin ich erstmal am Abzweig vorbei.

Auf den vollen, weil kleinen Parkplatz quetschte ich mich noch in eine Lücke. Zweite Reihe parken schien mir nicht angebracht.

Und los gings. Nach 200m festgestellt, das die Stöcke noch im Auto waren, nochmal umgedreht und neu gestartet. Laut GPS über 8km LUFTLINIE. Äh, wie jetzt? Ich hatte verdrängt das in der Cache-Bechreibung 12Meilen für diesen Weg veranschlagt waren, hin und zurück. Das sind 20km. Erstmal ging es noch Asphalt lang, aber schon da meckerten die Füsse ein wenig, denn die neuen Schuhe sollten heute herhalten und die sind nach knapp 3 Stunden rund ums Weddeler Moor wohl noch nicht so richtig eingelaufen. Nur, wenn nicht jetzt, wann dann?

Ziemlich früh kam ein Schild mit 5Meilen/8Kilometer „Falls of Glomach“. Auch Luftlinie oder wie? Nach einem Kilometer ging es runter vom Asphalt auf einen gut ausgebauten Trampelpfad, erst über eine kleine Brücke und dann eine Schafstreppe. Und ab ging es in die Heide. Über Stock und Stein ging es für ca. 2 Meilen bis man an einer Gabelung auf einer Wiese eintraf. Links oder rechts? Da war zwar ein beschildeter Pfosten, nur ohne Richtungsweiser. Der eine Weg führte nach oben, der andere (erstmal) nach unten. Den nach oben konnte ich mit den Augen folgen. Der führte einen Berghang hoch. Dann doch nach unten Richtung Bach. Hier führten steile Stufen zu einer Brücke und ich kam das erste Mal heftig ins Rutschen. Die vier Buchstaben und ein Griff in den Dreck verhinderten einen weiteren Abgang. Auf der anderen Bachseite ging es ebenso steil wieder hoch.

Kurz durch eine Wiese und man erreichte einen alten Forstweg. Ein Schild fehlte zwar, aber es war doch stark davon auszugehen, dass der Weg bergan weiterführt. Der alte Weg führte hinter einem Gatter auf einen genutzten Forstweg und hier wies auch ein Schild den Weg.

Liess sich klasse marschieren. Könnte ewig so weiter gehen. Könnte, tat es natürlich nicht. An einer weiteren Brücke war Schluss mit lustig. Der Hang, den ich die ganze Zeit vor mir hatte, galt es zu besteigen. Wieder auf einen Trampelpfad der im steilen Zickzack hochführte und dann in einen geraden, aber immer noch schmalen Weg überging. Entlang des Hanges ging es nun und ich sah auch wohin. Mal ein wenig hoch, mal ein wenig runter ging es stur in eine Himmelsrichtung, der Verlauf des Weges in der Höhe war den kleinen Wasserläufen geschuldet über die man rüber musste. Mittlerweile hatte ich das Gefühl mir heftigste Blasen gelaufen und diese sogar schon aufgerieben zu haben.

Als der nächste Hang erreicht wurde ging es nach links und schon um einiges steiler hoch. Zu steil für mich um das einfach so hochzustiefeln. Atmung ging, aber die Ausdauer in den Beinen fehlte. So wurde ich von 2 Frauen und einem Hund überholt.

Immer höher ging es, also man schliesslich fast oben ankam und der WOW-Effekt einsetzte. Vor mir lag das Tal, welches ich letztes Jahr langgewandert bin um die Fälle zu erreichen. Es ging noch ein Stückchen höher, aber bei weitem nicht mehr so steil bis es schliesslich eben wurde. Nur wo waren die Fälle? Und wieso meinte das GPS noch gut 800m Luftlinie bis zum Ziel? Da kommt doch nichts mehr, ausser ein Weg der nach unten führt. Noch ein paar Schritte und ich war am Beginn des Weges abwärts. Ich sah auch die beiden Frauen wieder, die mir enteilt waren. Und wie weit unten die waren! Aber wo bitte ist der Weg? Der Hang ist ganz schön steil! In einem nur flachen Zickzack und mit entsprechend grossen Gefälle ging es wieder runter um mitten in einer matschigen Wiese zu enden. Hoppla, ich bin da. Die Fallkante sah ich, aber für Foto nicht toll. Also quer über die Wiese und ich fand das Ende des anderen Weges, der der von Nordwesten zu den Fällen führt. Ganz gut das ich letztes Jahr umgedreht bin, es geht verdammt tief runter. Ein Foto, wo man den gesamten Fall sieht habe ich nicht hinbekommen. Wenn das überhaupt möglich ist, dann hätte ich wohl noch ein wenig den Weg gehen müssen. Aber ich musste meinen Weg ja auch noch zurück. So wurde noch schnell der Cache gesucht. Nicht nur dieser wurde gefunden, sondern auch Frösche, die durch den Sumpf hüpfen und vor meinen Füssen flüchteten (immer dahin, wo ich hintreten wollte) und Mäuse flitzen ganz schnell in ihren Bau.

Wenn man unten an dem letzten Hang des Weges, der der erste des Rückweges ist, steht dann kann man den Weg bis nach oben gar nicht komplett erkennen. Und laut GPS-Tracking warten wirklich 10km Rückweg auf mich, bei 4 Stunden Hinweg inklusive eher kurzen Aufenthalt an den Fällen kann das dauern. Ich brauchte nicht nur eine gefühlte Ewigkeit für den ersten heftigen Anstieg. Zum Glück ging es ab da an höchstens nur noch steil abwärts, aber nicht mehr steil aufwärts (ich hatte zu der Zeit die eine Brücke vergessen).

Auch wenn Runter erstmal leichter ist, man muss viel stärker auf seine Schritte achten. Vorallem weil der Weg z.T. aus neuaufgebrachten Schotter bestand, der noch nicht festgesetzt war und samt Wanderer ins Rutschen geriet.

Der Weg am Hang lang zog sich hin. Die ganze Zeit sah man die Stelle, wo die Hänge hineinanderübergehen und von wo ich wusste, dass unten die Brücke zum Forstweg wartet. War das herrlich einen schönen breiten Weg unter den Füssen zu haben. Die Füsse taten in dem Moment auch garnicht weg, allerdings ging es auch mehr Patsch, Patsch, statt abzurollen, ich wollte die garantiert vorhanden Blasen an den Füssen schonen. Nur gesund ist die Art zu laufen bestimmt nicht, also zusammenreissen und Fuss abrollen. Der Schmerz kam dann so richtig als ich die nächste Brücke erreichte und erst zum Bach runter musste und auf der anderen Seite wieder hoch. Und noch 6km bis zum Auto? Der Weg durch die Heide zog sich ordentlich hin. Ich wurde von zwei Wanderern überholt, die von der anderen Seite ankamen und beschleunigte ordentlich als weitere Wanderer hinter mir auftauchten. Bis zum vorletzten Gatter, was man mir offenhielt, konnte ich auch mithalten, aber dann meinten die Füsse: „Mach mal langsam“. Vorbei an Kühen, die sich nicht um uns scherten ging es nur wenige Schritte Richtung Schafstreppe. Nochmal eine letzte Anstrengung für die geschundenen Muskeln um da rüberzukommen und dann nur noch eine gefühlte Meile auf den Asphalt entlang.

Das Auto quasi in Sichtwerte, ging es die letzten Meter zum Parkplatz mehr watschelnd als laufend und ein leichtes Hinken kam auch noch hinzu. Nur noch den Rucksack von den Schultern runter, sich wie ne alte Frau bücken und dann auf die Kofferraumladekante setzen. Schmerz lass nach.

Der Schuh- und Sockenwechsel wurde zur Bestandsaufnahme der Füsse nach insgesamt 7,5Stunden in den Wanderschuhen (der Rückweg hat also knapp 3,5Stunden gedauert). Die Blasen an beiden Fersen waren plattgelaufen, da drückt also keine Flüssigkeit und die Feinmotorik der Zehen tut auch weh. Fusssohlen belasten, ergo aufstehen geschah nur aus der Notwendigkeit heraus, das ich zum Fahrersitz musste.

Kuppeln, Schalten und Bremsen ging besser als erwartet, somit war einer zügigen Fahrt nach Elgol nichts entgegenzusetzen, wenn man mal von langsamen Autos vor einem absieht. Am Beginn der Single Track Road holte ich bald ein Fahrzeug ein, was die nächsten Kilometer die Führung übernahm. Ich bin KEIN Raser. Aufgrund des Fahrstil, insbesondere des Bremsens VOR Kuppen, Kurven und anderen uneinsichtigen Stellen, während danach gleich wieder Gas gegeben wurde, kann ich schwer davon ausgehen jemanden vor mir gehabt zu haben, der die Strecke kennt und sie auch so fährt. So wurde auch das Überholen diverser Fahrzeuge kein Problem, ich musste mich nur halbwegs dicht dran halten. Das Modell des Autos kann natürlich auch so einige Vorteile gehabt haben. Ein Lexus oder so in Geländeausführung und in schwarz. Der macht natürlich mehr her als mein kleiner Wagen. Kurz vor Kilmorie, dem Wanderparkplatz, bog das Fahrzeug links ab, aber die 3km bis Cnoc Ban bekam ich auch alleine gute hin.

Dort angekommen hielt ich hinter dem ersten Gatter. Warum war das offen? Also zu machen und feststellen, das das zweite Gatter schon geschlossen war und ein Fahrzeug auf dem Parkplatz stand. Anhalten, Gatter auf, einparken, zum Gatter laufen und wieder schliessen.

Lustig, ich parkte neben einen Skoda Fabia TDI in grau. Ist mein Fabia TDI heute nacht (und die nächste auch) nicht so allein.

Weil Mrs MacIntosh heute beim Arzt war und wohl auch erst nach Hause kam, als die neuen Gäste schon am Tor warteten, sind meine Chancen auf ein warmes Bad gesunken. Also gabs nach der Anstrengung des Tages nur eine ausgedehnte Katzenwäsche. Was hätt ich für eine ausgedehnte Warmduscherorgie gegeben.

Der morgige Muskelkater kommt wie das Amen in der Kirche. Ich überlege ernsthaft mit dem Auto nach Elgol zu fahren, auch wenn Mittags normalerweise kaum ein Parkplatz zu haben ist. Aber über 3km LAUFEN? Und rückzu auch noch den Berg hoch? Obwohl, da kann man vielleicht mal den Anhalter machen.

Wieviel Kilometer waren es bloss den Ben Nevis hoch? Das waren doch nicht mehr als 10km oder? Es sind jedenfalls 3mal soviele Höhenmeter wie heute. Aber pro Wegrichtung kennt auch die Höhe nur eine Richtung. Zum Gipfel geht es nur hoch und zum Parkplatz nur runter. Und da wo es steil ist, sind Stufen. Ausserdem ist viel mehr los. Mit mehr Leuten hält man leichter mit als wenn man den Berg allein hochstiefelt. Bis auf die zwei Frauen hat mich auf den Weg keiner überholt und kam auch keiner entgegen. Die Wanderer, die ich gesehen habe aus der Ferne, sind entweder die Nordwest-Route zu den Fällen oder hatten ein ganz anderes Ziel.