2010_urlaub_intro

Berichte von den Wanderungen und Erlebnissen des Tages sowie die dazugehörigen Bilder in der Galerie

Die Tagesberichte sind alle online. Und auch fast alle Bilder. Ich will auch noch Panoramabilder online bringen, aber das geht in der normalen Galerie nicht, da werd ich mir noch was ausdenken müssen.

   

Day 07: Ein Tag auf Rum

Ich wusste garnicht, das man auch bei knapp zweistelligen Plusgraden vollständig durchfrosten kann.

Heute ging es nach Rum. Wetter sah windtechnisch super aus, allerdings stark bewölkt und vereinzelt kamen Regentropfen. Aber man konnte Eigg, Canna und Rum sehen.

Vor dem Frühstück noch schnell mit einem Messbecher die Haare gewaschen. Das ging auf den Rücken, eine Brause oder Schlauch gab es nicht. Fürs Trockenlegen blieb keine Zeit, das erledigte der Wind bzw. die Zeit, die man fürs Frühstück braucht. Da ich vor den anderen B&B Gästen essen durfte, bekam ich heute mit, worüber gestern gesprochen wurde. Es ging tatsächlich um Mrs. MacIntosh und den Grund wieso die 74jährige die B&B überhaupt betreibt. Von dem Geld kauft sie Zigaretten und Alkohol für ihren einzigen Sohn, der selber kein Geld verdient. Man unterstützt sie zwar gern, z.B. Fahrdienst und Frühstück für ihre Gäste, aber den Sohn mag man nicht.

Obwohl pünktlich um 9Uhr am Pier war ich einer der Letzten. Die Anderen standen schon fertig eingekleidet am Pier. Nützte aber nur was gegen den Regen, der stärker wurde. Beide RIB's von AquaXplore lagen am Pier, Bug zum Strand, das eine neben dem anderen, nur vom Skipper erstmal keine Spur. Im Bürohäuschen wuselten die Damen und Herren des Büros, die 2-Mann-Crew der Bella Jane und Alex. Da fehlte also noch jemand und dann düste Alex auch nochmal mit dem Auto weg. So ging es erst gegen halb 10 Richtung Boot. Skipper Nr. 2, Gavin, war mittlerweile anwesend und führte beim Anziehen der Wetterkleidung einen kleinen Tanz auf. Die Hose war wohl etwas eng.

Es gab für beide Boote zusammen die Sicherheitseinweisung von Alex (der muss jeden Tag nen Clown frühstücken bei den Hinweisen, die da so kommen) bevor die Passagiere sich mehr oder minder nach Belieben auf die Boote verteilen durften. Wer auf das kleinere RIB, die Rachel Charlotte, zu Alex wollte, musste erst auf die etwas grössere Patricia Anne, dann auf die Wulst ala Bordwand und erst dann ins Boot.

Da ich als Einzige/r auf Rum abgesetzt werden sollte, wartete ich erstmal ab und nahm dann auf der Patricia Anne Platz.

Da bei mir der Reissverschluss vom Kragen kein Zugbändchen hatte, verhedderte ich den Stoff im Reissverschluss, es ging nicht vor und zurück. Ich brauchte Hilfe von einem der Crew-Leute, um die Jacke schliessen zu können. Da schallte es auch schon von links „Don’t touch the passengers!“.

Auch die Crew der Bella Jane teilte sich auf die Boote auf und bevor es im Formationsflug nach Rum ging, wurden die Beiden noch bei ihrem Boot abgesetzt. Wesentlich besser als mit dem kleinen Dingi rüberzurudern.

Auf dem freien Wasser gaben es sich die Jungs am Steuer der RIB's so richtig. Mal überholte der eine, mal der andere, es wurde das Kielwasser ausgenutzt, über die Bugwellen gerast, der ein oder andere enge Kreis gefahren und sich dem zweiten Boot angenähert. Dann kam der Regen. Da auch mit Kapuze Haare und Brille nasswerden, die Brille aber zusätzlich beschlägt, wurde nur der Kragen ganz fest zugezogen. Da ich im Moment kurz vor Erreichen der Regenwand einen Blick zurück warf, um einen Blick auf Skye zu erhaschen, entging mir nicht wie Gavin einen Helm aufsetzte. Das Ding sah einem Polizeihelm ähnlich. Jedenfalls glich es keinem Motorradhelm, sondern eher den Helmen, die man bei Motorbootrennen auf hat. Passt ja auch, schaute aber schon etwas lustig aus. Auch auf dem zweiten Boot schmückte ein, in diesem Fall grellorange, Helm den Kopf von Alex. Aufgrund der Witterung war die Kamera im Rucksack gut verstaut. Es sah schon ein bisschen geschossen aus, die kleine rotgekleidete Figur, mit dem ein wenig zu gross geratenem, neonfarbenen Helm.

Der Helm war angebracht. Der Regen schoss einem ins Gesicht und man konnte kaum was sehen, weil die Augen zugekniffen wurden oder ständig voll Wasser liefen. Egal ob Brille oder Kapuze oder eben nicht. Als Bootsführer sollte man aber sehen wo es hingeht, die kleine Windschutzscheibe des Führerstandes hilft nicht viel.

Kurz vor Rum wurde der Regen schwächer, hörte aber nicht auf. Während das eine Boot direkt Richtung Schloss fuhr, legten wir am Pier an damit ich aussteigen konnte. Als ich Anstalten machte, mich aus der Schutzkleidung zu befreien und fragte wo ich sie lassen soll, hiess es ich dürfe sie ruhig anbehalten. Auch gut, werden die eigenen Klamotten nicht so schnell nass und unbequem ist es auch nicht. Noch die Abholzeit ausgemacht und los gings. Nach wenigen 100m war ich mir allerdings nicht mehr so sicher ob es viertel Vier oder Viertel nach 4 hiess. Ist ja nur eine Stunde Unterschied.

In der offenen Informationshütte wurde ein kurzer Halt eingelegt, um das GPS zu aktivieren und die Gamaschen wurden am Rucksack unter dem RainCover befestigt. Mit der Schutzbekleidung bekomm ich sie eh nicht an und sie sind in dem Fall überflüssig, meine Hosen bleiben trotzdem sauber. Noch die Karte und Wegbeschreibung an der Wand studiert und auf in den Regen. Deswegen blieb die Kamera auch im Rucksack, die wäre nach 5Minuten durchnässt gewesen.

Der Weg sollte die ganze Zeit entlang eines Tracks führen, also einer Fahrspur bzw. eines befestigten Weges. Ziel war Kilmory Bay. Da wo gestern von Wasser aus die Hirsche am Strand gesichtet wurden sind.

Fahrweg hin oder her. Holprig war es die erste Meile trotzdem, wegen dem Linseneffekt der Regentropfen auf der Brille und weil diese zusätzlich beschlug, wurde die Brille abgenommen und mit unscharfen Blick, sonst aber guter Sicht weitergestiefelt. Bis ich zu einer Kreuzung kam. Sollte der Abzweig in den Kilmory Glen nicht erst nach 40min kommen? Ich war doch grade erst die Hälfte unterwegs. Da kam mir ein junger Mann auf einen Fahrrad mit einem geöffneten Regenschirm in der Hand entgegen. Auch ohne Brille konnte ich sehen, das er ordentlich Mühe hatte, das Fahrrad auf dem unebenen Weg auf Kurs zu halten und grade so vermied in den Graben zu plumpsen.

Dieser Abzweig war noch nicht der nach Kilmory, der kommt erst nen Stückchen weiter. Es ging weiter im Regen. Der Weg war jetzt schön eben und es gab keine Pfützen. An der Gabelung Glen Harris oder Glen Kilmory hörte für mich der schöne Weg auf. Ab jetzt war es nur noch eine sehr unebene Fahrspur. Der Regen hatte zwischenzeitlich wieder etwas nachgelassen und ich mir mit Hilfe eines Taschentuches wieder klare Sicht durch die Brillengläser beschafft, so dass ich ein wenig mehr von der Landschaft erkennen konnte. Die Taschentuchpackung war zum Glück in der Hosentasche meiner Wanderhose und die drübergezogene Schutzhose so weit, das man noch reingrabbeln konnte.

Der Weg wurde immer mehr zum Bachbett, noch kam man aber mit Wechsel zwischen den Fahrrillen und dem dazwischen höherliegenden Grasstück trockenen Fusses voran. Die Füsse waren aber auch das einzige was zu diesem Zeitpunkt noch trocken war. Trotz der zusätzlichen Kleiderschicht merkte ich, das ich zumindest stellenweise nass bis auf die Haut war. Ein Ende des Regens war nicht im Sicht, das Ziel noch nicht erreicht und grade mal ne gute Stunde unterwegs. Warm war es aber, immerhin da funktionierte die Isolierung super.

Die Bucht schon fast in Sicht, wurden die Pfützen immer tiefer und grösser. Selbst die kleinen Trampelpfade durch das Gras, links und rechts der Fahrspur, waren oft morastig. Kurz vor dem Erreichen der Bucht hatte es sich mit den trockenen Füssen erledigt.

Von den Hirschen keine Spur. Erst als ich den Strand sehen konnte, sah ich einen Teil der Herde und den zweiten nach Passieren der Hütten. Skye war hinter den Regenschleiern noch gerade so zu erahnen. Ein grosses Schiff, aus der Entfernung sah es auch wie eine sehr, sehr grosse Yacht, kreuzte grade die Bucht. Und ca. 10m von mir weg sprang plötzlich eine Hirschkuh aus einer Kuhle hoch, an ihrer Seite ein schon fast ausgewachsenes Kitz mit Halsband. Sie entfernten sich zwar von mir, aber nicht in überstürzter Hast. Die Hirsche dürfen nicht gejagt werden. Deswegen sind sie nicht ganz so scheu, aber es sind echte Wildtiere, kein Streichelzoo oder Wildgehege wo täglich einer mit einer Ladung Futter kommt.

Zweieinhalb Stunden nach meiner Aussetzung machte ich mich wieder auf dem Rückweg, der laut GPS knapp 9km betrug.

Das Wasser tropfte mittlerweile von innen an den Ärmelenden runter, die Hände schauten aus als ob ich den ganzen Tag im Wasser geplanscht hätte und von Sonne keine Spur. Zum Glück auch nicht von Midges. Das war das Schöne bei dem Wetter, immer etwas zuviel Wind für die Biester.

Noch vor dem guten Weg, ging der mal stärkere, mal schwächere Regen in fiesen, feinen Regen über mit merklich Wind, der mich wieder blind machte, weil die Brille voll mit feinsten Tropfen war. Also ab die Sehhilfe und versuchen mit unscharfen Blick heil den Hauptweg zu erreichen. Der war so eben, da machte es nicht viel ob ich was erkennen konnte oder nicht.

Kurz vor Kinloch Castle sah ich die ersten Menschen seit gut 4 Stunden. Zwei Wanderer kamen mir entgegen. Es wurden hinter Kinloch Castle auf den Weg zum Pier immer mehr. Die grosse Yacht lag in der Bucht und Schlauchboote pendelten. Es war ein Kreuzfahrtschiff, was einmal rund um Schottland fährt und die Passagiere machten Sightseeing.

Einiges hinter der Yacht sah ich ein kleines, leicht oranges Boot über die Wellen schiessen mit Leuten, die neonfarbene Jacken trugen. Oh, mein Abholdienst oder Sonderausflug der Kreuzfahrer? Das Boot fuhr an Rum vorbei, Richtung Südosten und ausser Sicht.

Eigentlich hatte ich vor mich an der Informationshütte umzuziehen und dann am Pier ein trockenes Plätzchen zum Warten zu suchen, das konnte ich mir aber bei den Publikumsverkehr abschminken. Ausserdem war noch ein Cache in der Nähe, also erstmal dahin.

An der Anlegestelle vorbei Richtung Wald. Ein kurzer Blick aufs Wasser und ein zweites grosses Schiff näherte sich. Die Fähre von Mallaig nach Rum war in Begriff anzulegen.

Ich ging allerdings weiter und fand eine Hütte. Otters Hide. Ein Beobachtungsposten auf den Küstenstreifen. Und wenn der Name und die Bilder an der Wand passen, konnte man da wohl zu gegebener Jahreszeit die Otter beobachten. Ich nutzte die Chance um die nassen Klamotten auszuziehen und in trockene zu schlüpfen. Die Schutzkleidung war von innen wirklich sehr feucht und wurde erstmal zum Trocknen über eine Bank gehängt. Noch nicht halbfertig, sah ich durch die Fenster plötzlich ein mir bekanntes Boot Richtung Pier peesen, doch nicht verguckt vorhin. Ah, Mist. Rucksack zu, die nassen Sachen über den Arm und im Sprint zurück. Die Fähre legte grade von der Rampe ab und Alex neben der Rampe an.

Meine nassen Wandersachen reichte ich erstmal ins Boot. Mit einem „Your are an hour to early!” wurde ich begrüsst. Äh, ja? Egal. Mein Hauptziel hatte ich ja erreicht und die Stunde Pause konnte ich noch nutzen. Die anderen Passagiere gingen Richtung Castle zum Tee trinken und Alex, mit einem Jungen und den Hafenangestellten zu einem grossen Schuppen. Hier konnte iich wenigsten die nasse Schutzjacke über einem Fahrrad zum Trocknen aufhängen und parkte den Rucksack, dessen Gurte ordentlich feucht waren und sich deswegen sehr unangenehm anfassten.

Ein Kommentar zum Wetter konnte ich mir nicht verkneifen, war es doch Alex der am Freitag noch meinte, das Montag besser für einen Tag auf Rum wäre. Tja, es wurde versucht am Samstag auf Cnoc Ban anzurufen, um zu sagen, das ich Sonntag nach Rum gebracht werden kann. Es war nur keiner zu erreichen. Mrs. MacIntosh war ja ins Hospital gefahren und einen Anrufbeantworter hat sie anscheinend nicht. Stattdessen gab es gestern die Tour nach Canna und Riesenhaie wurden gesichtet. So ein schlechter Tausch war es dann wohl doch nicht. Heute hat es den ganzen Tag auch auf dem Wasser geregnet, es war kalt, windig und Sichtungen ausserhalb des normalen Tierlebens der Small Isles hatte es nicht gegeben. War also schon ok so, wie es gekommen ist.

Nur mit GPS, Kugelschreiber und in meiner dünnen Windjacke ging es nochmal Richtung Otters Hide den in der Nähe liegenden Cache suchen. Ohne Spoilerbild (weil kein Internet die letzten Tage) und in dem Wissen, das die von mir gespeicherten Koordinaten im Off sind, ging es auf Suche in den nassen Wald. Ein Vorfinder hatte wohl korrigierte Daten in sein Log geschrieben, leider kam ich an diesen Eintrag nicht ran. Das mit den Koordinaten war zwar auch für Kilmory Bay der Fall, aber da kommen so wenig Leute hin, dass die Korrektur in dem von mir runtergeladenen Datensatz, der immer die letzten 5 Einträge aufweist, noch sichtbar war.

Bevor ich die noch fast trockenen Klamotten auch noch durchnässte gab ich meine Suche auf, nachdem ich die üblichen Verstecke abgesucht hatte.

Also im Schuppen weiterwarten und den Gesprächen über Haie, Wale, deren Sichtungen und kleinen Booten lauschen. Immer nahe an der Heizplatte. Nicht für Tee, sondern für die Menschen. Handauflegen war kein Problem, sondern einfach schön warm. Dem Rest von mir dagegen wurde langsam kalt. So ohne fehlende Bewegung, machte sich die Feuchtigkeit bemerkbar. Und dann kamen auch noch Midges. Klar, war ja kein Wind im Schuppen.

Alex Schutzjacke hing über einem Stuhl und tropfte fröhlich vor sich hin und bildete eine Pfütze, gleich neben der von meiner Jacke. Als nach der ausgemachten Stunde Pause, der Rest eintrudelte und wir uns fertig machten, sah ich, das auch die Wetterkleidung der Skipper nur bedingt wasserfest ist. Alex wrang die Taschen aus und es floss nur so das Wasser. Und das waren nur die Hosentaschen. Jetzt weiss ich auch, wieso er mit nackten Füssen in Sandalen rumlief. Nass wird es so oder so, aber dann kann das Wasser wenigstens ablaufen und landet nicht in Socken und Stiefeln wie bei mir.

Also wieder rein in die immer noch feuchte und jetzt klamme Schutzjacke.

Nicht nur die Passagiere nach Elgol fanden sich beim Boot ein, sondern auch die Kreuzfahrer. Deren Überfahrt ist zwar kürzer, bei weitem aber nicht so komfortabel. Sie sassen je zu viert auf je einer Seite eines "echten" Schlauchbootes. Mal ein wenig zurücklehnen und ab ins Wasser oder eine Welle und das Hinterteil ist nass.

Meine dünne Windjacke (klitschnass und durch in 10min), der nach 5Stunden durchweichte Windbreaker und die nasse Wanderhose kamen mir nicht in den Rucksack, sondern wurden unter einem Sitz verstaut. Der Rucksack nahm in der vordersten, freien Reihe Platz und ich direkt dahinter. Aufgrund des kaltnassen Wetters gab es jetzt wieder die Taschen mit Stirnband, Handschuhe und Brille. Laborbrille auf und Kapuze ordentlich festgezogen. Der Wind blies heftig ins Gesicht und schon nach wenigen Augenblicken fror ich erbärmlich.

Da es kaum Wellen gab, gab es auch keine harten Aufsetzer und das Boot fuhr mit gleichbleibender Geschwindigkeit Richtung Skye, hoffentlich auf direkten Wege. Im Dunst und durch die Tropfen auf beiden Brille konnte ich nicht viel erkennen. Ich wusste nur das mir saukalt war. Die Fahrt kam mir ewig lang vor, wegen der Kälte, der Eintönigkeit und weil ich nichts sehen konnte. Erst bei dem obligatorischen Ansetzen zu den Kurvenfahrten in Hafennähe wurde ich wieder wacher. Erstmal nur ein paar kleine Wackler nach links und rechts, dann zwei sehr enge Kreisel wo ich bemerkte, dass das die kleinere Rachel Charlotte mit der ich abgeholt wurde, ein wenig empfindsamer ist als die Patricia Anne mit der ich gestern und heute morgen unterwegs war. Die Schräglage ging ein wenig weiter und es kippelte mehr. Dann wurde Kurs Richtung Bella Jane genommen wurde. Die fuhr sehr langsam und viel näher als normalerweise entlang des Strandes vor Elgol. Im engen Bogen ging es um das blaue Boot rum und schliesslich kreuzten beide Boote wild. Auch die Bella Jane hatte ordentlich an Fahrt aufgenommen, fuhr nun möglichst enge Kreise und beide Boote jagten sich regelrecht. Das machte richtig Spass, zumindest auf unseren Boot. Was die Passagiere auf dem eigentlichen Tuckerboot davon hielten, weiss ich nicht. Die Ursache für dieses Spiel beider Crews wurde sichtbar als Alex zum Anlegen Richtung Pier fuhr. Es war Flut und am Anleger waren schon zwei Fischerboote. Da war kein Platz für ein drittes Boot. Deswegen dümpelte die Bella Jane im Hafengebiet rum bzw. fuhr lange Bögen um die Ankerbojen.

Also wieder weg und warten, denn Fischerboote haben Vorfahrt. Als eines der Schiffe wegfuhr nahm ein weiteres Fischerboot den Platz ein. Konnte also noch ein Weilchen dauern. Es wurde wieder Richtung Bella Jane gefahren, um an Backbord Position zu beziehen. „Do you want some more passengerr?“ „Why, do you don´t like them?“ “Yeah, they are so wet. They wetting my boat. ” Und an uns: „You can get there some hot tea or coffee or Chocolate“ „No,…” Der Rest ging im Rauschen des Windes, Geplätscher des Wassers, zunehmender Entfernung und in meinem Unverständnis für Englisch unter.

Tatsache, der Rachel Charlotte wurde nochmal kurz manövriert, an Steuerbord längsseits der Bella Jane festgemacht und einer nach dem anderen kletterte rüber. War nichtviel anders als am Steg auszusteigen. Ich zum Schluss, weil ich meine Sachen ja noch aus dem Sitz holen musste. Die wurden mir gleich von einem Crew-Mitglied abgenommen, damit ich besser auf die auf die Wulst des RIB steigen konnte, um dann mit einem weiteren Schritt auf das andere Boot zu gelangen. Die Bella Jane hat den Luxus eines kleinen Daches, deswegen waren die Bänke darunter trocken. Bis ich den Rucksack dort platzierte, die Schwimmweste kam gleich hinterher und die nasse Schutzkleidung wurde auch gestapelt, nachdem ich mich von ihr befreit hatte. Ohne die war es gleich ein kleines bisschen wärmer, weil die Sachen darunter nicht ganz so nass waren und es ging kein Wind. Auch ein paar andere nutzen schon die Chance, sich der Zusatzkleidung zu entledigen. Zeit für ein paar Aufwärmübungen blieb auch noch wegen dem Stau im Hafen.

Nach einer kleinen Extrarunde um die Bojen wurde auch noch Alex an Bord genommen. Der machte das RIB wetterfest und da das Dingi auf dem Pier war, wäre er erstmal nicht von Bord gekommen. Am Morgen hatte er die Crew zur Bella Jane gebracht und abends bringt diese ihn dafür zurück.

Endlich war dann auch Platz am Pier. Nur war die Tide noch sehr hoch und die Bella Jane hatte grade so hingepasst das man nichts ins Wasser reinsteigt. Somit war der Abstand Bordkante zum Boden der Rampe sehr hoch. Im Boot stand ein Tritt und auf dem Pier auch, aber der Schritt nach unten war lang. Vollgepackt mit Rucksack und den restlichen nassen Sachen hatte ich nur eine für mich helfende Hand zur Verfügung. Aber ich schaffte es ohne Stolperei über die Hindernisse. Was nicht mir gehört auf den Stuhl am Bürocontainer ablegen, Schlüssel rauskramen und sich erstmal der restlichen (nassen) Sachen am Auto entledigen. Inklusive Schuhwechsel und Socken aus. Ui, die aufgeriebenen Blasen an den Fersen schauen ja nett und grösser als heute Morgen aus.

Auf dem Rückweg zum Büro, um einen Eintrag ins Gästebuch zu machen, machten sich dann erstmals die Füsse bemerkbar. Immerhin war das heute wieder ein 20km Marsch, den sie unter nicht ganz optimalen Bedingungen bewältigt haben.

Bei Ankunft in Cnoc Ban bot mir Mrs. MacIntosh an, die nassen Klamotten zu trocken. Nur leider ist Funktionskleidung nicht unbedingt trocknergeeignet. Und draussen regnete es, wenn auch nur schwach. Somit wurde das Trockengestell in der Küche in Anspruch genommen, die Schuhe mit Zeitung gefüllt an die warme Heizung und der feuchte Rucksack (irgendwann hilft dessen RainCover auch nicht mehr) im Flur abgestellt.

Ein Bad wurde mir zwar auch angeboten. Aber ich war schon viel zu durchweicht und warten bis die Wanne voll ist, wollte ich auch nicht. Lieber in einen trockenen, weichen Pullover, trockene Leggins und das Haar mit dem Fön bearbeiten. Bis das Kältegefühl einer wohligen Wärme wich, dauerte es aber ganz schön lange und gelang dann auch nur mit dem Heizkissen im schmerzenden Rücken. Ich muss die Gurte vom Rucksack überprüfen, der liegt ein wenig ungünstig auf.

Morgen ist Fahrtag. Es geht in den Norden von Skye, wo ich für 5 Nächte Quartier beziehen werde und hoffentlich gibt es da eine warme Dusche. Internet wäre auch nicht schlecht und Handyempfang.