2010_urlaub_intro

Berichte von den Wanderungen und Erlebnissen des Tages sowie die dazugehörigen Bilder in der Galerie

Die Tagesberichte sind alle online. Und auch fast alle Bilder. Ich will auch noch Panoramabilder online bringen, aber das geht in der normalen Galerie nicht, da werd ich mir noch was ausdenken müssen.

   

Day 11: NW Skye again

Entweder ich lass langsam Federn oder die frische Luft tut einschläfernd wirken. Ich wär vorhin fast in der Badewanne eingeschlafen. Allerdings hab ich das Bad nach diesem Tag dringend gebraucht.

 

Den Kampf mit dem Frühstück heute morgen hab ich nur gewonnen, weil ich das Ei und Bacon auf dem Toast gestapelt habe und statt Breakfast-Tee gabs Pfefferminztee. Morgen gibts vegetarisches Frühstück, ich kapituliere vor dem Bacon. Schale Müsli, 2 gekochte Eier (wahlweise ginge auch zwei Spiegeleier oder zwei Eier zu Rührei verarbeitet) auf Toast und nen Kännchen Pfefferminztee bilden den Brunch.

Nach dem Frühstück ging es auf zum Frühsport Richtung Neist Point. Der nicht gefundene letzte Cache vom Vortag liess mir keine Ruhe. Ich wusste ja, nach einem Blick ins Internet, jetzt wo zu suchen war. Also Auto am letzten Farmhaus geparkt und Schuhe an. In dem Moment fing es wieder an zu regnen. Aber es hielt sich noch in Grenzen. Sollte der Bach zu sehr angeschwollen sein oder die Wiese und der Felsen zu nass, würde ich noch früh genug das Vorhaben abbrechen. Noch ging es aber.

Ich kam mit komplett trockenen Füssen über den Bach und der Boden war auch noch sehr griffig. Die Schafe waren wohl nicht sehr erbaut darüber, das ich sie schon wieder über ihre Pfade scheuchte. Aber statt zur Seite zu gehen sind sie vor mir hergelaufen. Als ich den Felsen erreichte hörte der Regen auf und innen war der Fels noch trocken, nur die oberen Steine waren leicht feucht.

Jetzt hiess es runter ins Loch kommen. Erstmal vorwärts einen Fuss in den Spalt stellen, gegenüber mit den Händen nach Halt suchen. Das bedeutete aber nicht, das man zugreifen konnte, sondern die Handflächen gegen den leicht rauhen Stein drückte und darauf vertraute, das der Anpressdruck einen oben hält. Dann den zweiten Fuss über das Loch und sich irgendwie um 180Grad drehen, das man zum Meer schaut, dabei auch den Fuss im Spalt umdrehen, während der andere Fuss an senkrechten Felsen gedrückt wird.

Dann mit diesem Fuss nach unten hangeln und versuchen auf einen winzigen Vorsprung im Fels zu stehen zu kommen. Es bedurfte einiger Versuche bis ich sicheren Stand hatte, dabei mussten die ganze Zeit die Hände den Grossteils meines (viel zuvielen) Gewichtes halten.

Schliesslich hatte ich eine stabile Position gefunden, nun sollte der Fuss, der noch im Spalt stand und über Hüfthöhe war nach unten, um einen weiteren tiefen Schritt nach unten zu machen. Blöderweise war nach 5Zentimetern Schluss. Der Fuss hing fest. Und ich konnte erstmal nicht erkennen warum ich den Fuss nicht losbekam. Es war nicht der Schuh, es war die Schnalle der Gamasche die sich an einer Steinkante verhakte sobald ich den Fuss aus den Spalt ziehen wollte.

Da hang ich nun, kam erstmal nicht vor und zurück. Schliesslich musste ich mich kurz hochstemmen und versuchen das Bein dessen Fuss festhang ebenfalls hochzuheben. Den Fuss bekam ich endlich frei und konnte nun mit diesem versuchen den Boden zu ertasten. Sobald ich den Boden unter mir spürte konnte ich die Hände vom Felsen lösen und den anderen Fuss endlich von seinem kleinen Vorsprung holen. Unten war ich also. Jetzt hiess es Dose suchen.

Also ab auf die Knie und links rein in die Lücke, teilweise unter einen Felsblocken kriechend. Da ich mir selbst das Licht versperrte, musste ich im Dunkeln langtasten. Aber da war nichts. Also wieder zurück. AUA. Mein Kopf. War das plötzlich eng und mir die eigenen Knie im Weg. Also nochmal vorwärts bis ich fast auf dem Bauch zu liegen kam und dann rückwärts robben bis ich genügend Platz für Kopf hatte und aufstehen konnte. Gleichzeitig drehte ich mich um und hatte plötzlich die gesuchte Box auf Nasenhöhe vor mir.

Hätte ich mich vorher nicht so schnell umgedreht, wäre mir die Krabbelei auf den Boden erspart geblieben und die Hosen und das T-Shirt wären nicht so verschmutzt und ein paar Kratzer weniger an den Armen. Wobei die meisten Kratzer immer noch von der Festhängaktion stammten, um mein Auflagefläche zu haben und die Handgelenke zu entlasten.

Der Weg raus aus dem Loch gestaltete sich faszinierend einfach. Hände links und recht auf etwas über Kopfhöhe an den Felsen pappen. Rechten Fuss auf den kleinen Vorsprung und mit dem linken Fuss war ich auch schon oben.

Nur noch über den ersten Teil der Weide, dann über den Bach und über den zweiten Teil der Weide zum Auto.

Der Frühsport dauerte zwar bis zum Mittag, aber ich war jetzt wach.

Auf den Weg zum Coral Beach noch schnell zwei weitere Caches eingesammelt. Auto anhalten, Loggen und wieder los. Am Parkplatz vom Coral Beach herrschte Rush Hour, aber ein Plätzchen für mein Auto fand sich dann doch noch. Beide Kameras umgehangen, GPS mitnehmen und los die Meile zum Strand. Der Weg ist zwar etwas holprig, aber nicht ganz so matschig, weil es noch nicht toll geregnet hatte.

Es war Ebbe, ich war mir aber nicht sicher ob sie noch im Kommen oder schon im Gehen war. Der Weg zu der kleinen Insel war jedenfalls nicht zu erkennen. Das es einen Weg gibt konnte ich deutlich erkennen als ich den Rückweg über den Hügel einschlug. Von da aus hatte man klasse Sicht und so konnte ich beobachten wie eine Gruppe an der Wasserkante stand und einer über einen sandigen, aber überspülten Weg sich zur Insel bewegte. Bis etwas über die Knie ging das Wasser. Die Ebbe hatte ihren Tiefstand noch nicht ganz erreicht, aber ob die Furt komplett trockenfällt?

Das wollte ich nicht abwarten, denn die Regenwolken näherten sich und ich hatte keine Jacke mitgenommen. Ich hatte den Strand kaum im Rücken als der Regen mich erreichte. Bis zum Auto war ich dann auch ordentlich nass. Aber wozu hat man ein Handtuch dabei. Beim nächsten Halt wurde dann wenigstens das T-Shirt gegen ein trockenes getauscht. Nur noch eine SingleTrackRoad, deren Ende eine Schlaufe bildet und das Tagespensum war abgearbeitet.

Jetzt nach Portree tanken fahren und hoffen, das der Sprit etwas günstiger ist als beim Reserveauffüllen in Dunvegan. War günstiger und ging sehr schnell zu tanken, ich hatte wohl aus Versehen die LKW-Zapfsäule erwischt. Da war a) ordentlich Druck hinter und b) liess sich der Hebel arretieren, was normalerweise nicht der Fall ist. 500m weiter war ne Tankstelle wo es nochmal nen Penny billiger war. Egal.

Hoffentlich hält sich der Regen heute nacht und morgen zurück. Ich habe eine Runde um Portree vor inkl. hoch zum Old Man of Storr. Und der Weg ist so schon steil, nach Regen ist das ne Rutschpartie durch den Wald.

Und wehe ich find dann wieder ne Zecke. Hatte ich heute abend wieder eine winzige entfernt als ich eigentlich nur den Zustand der verheilenden Blasen überprüfen wollte. Dabei trug ich den ganzen Tag Gamaschen. Vielleicht war das Biest aber von gestern noch an der Wanderhose gewesen.

Wenn ich nur wüsste ob man das Blasenpflaster auch auf neue Haut machen kann, vorallem wenn da ein oder zwei kleine offene Stellen sind. Heute hatte ich es ganz ohne Pflaster versucht. Ging zwar irgendwie, aber die Fersen sind da sehr berührungsempfindlich und ich würde sie schon gerne ein wenig schützen. Und ein normales Pflaster reibt zu stark.

Mit Heizung auf volle Pulle Autofahren, um die Schuhe zu trocknen ist nicht sehr angenehm, wenn auch der Trockeneffekt sehr hoch ist. Aber das Auto sieht aus. Als ob ich ne Tüte Heu zwischen die Pedale gestreut habe. Mit den Wanderschuhen lässt sich sehr gut fahren. Ich habe Rückmeldung von den Pedalen, kann alle Pedale fein dosieren und bleibe auch nicht hängen. Das würde man bei den klobigen Schuhen nicht unbedingt vermuten.