2010_urlaub_intro

Berichte von den Wanderungen und Erlebnissen des Tages sowie die dazugehörigen Bilder in der Galerie

Die Tagesberichte sind alle online. Und auch fast alle Bilder. Ich will auch noch Panoramabilder online bringen, aber das geht in der normalen Galerie nicht, da werd ich mir noch was ausdenken müssen.

   

Day 13: Auf nach Fort William

Heute gings zum mehrtägigen Familientreffen in Spean Brigde, das gut 10km nördlich von Fort William liegt. Ich kannte da ein gutes B&B, das auch Zweibettzimmer hat, so das ich mir mit meiner Schwester kein Doppelbett teilen muss.

Ein Ort und Zeitpunkt zum Treffen waren vorher ausgemacht wurden, so konnte man den Tag gut planen und das Navi wurde von mir nur genutzt, um zu sehen wie ich im Zeitplan lag. Ich wollte nicht einfach die Strecke fahren, sondern unterwegs noch ein wenig Cachen gehen.

Das erste Ziel wurde gestrichen, weil dieses laut Atlas am Ende einer meilenlangen Sackgasse lag und ich darauf keine Lust hatte. SingleTrack hin- oder her.

Es war sehr stürmisch, selbst in den Lochs auf dem Weg zur Skye-Bridge waren Schaumkronen zu sehen. Aber es schien die Sonne und war nur wenig bewölkt.

Erster Halt war ein Aussichtspunkt oberhalb von Eilean-Donan-Castle. Es hiess zur Cachehebung einen Hügel hoch. Aus den Logs der letzten Tage wusste ich das das eine Rutschpartie im Schlamm werden kann und wollte wenigstens feste Schuhe anziehen.Während ich noch mit den Vorbereitungen beschäftigt war, kam grad ein Cacher vom Hügel zurück. Defintiv rutschig der Schlamm, wenn man ihn und die Hose von hinten betrachtete. Es fing gleich neben den Viehgatter unten am Hügel mit der Schlammschlacht an.

Ich schaffte es dank der Wanderstöcke ohne einen Griff in den Schlamm nach oben und hatte eine geniale Aussicht aufs Schloss, aber auch rüber nach Skye, sogar die Brücke war zu sehen. Die Hänge leuchteten im Lila des Heidekrauts. Auch runter ging es ohne Unfälle nur die Wanderstiefel waren bis zum Knöchel mit feuchten Schlamm bedeckt und durch die Stöcke hatte es auch ein paar Spritzer an die Hose gegeben. Klamottenwechsel war aber unnötig.

So ging es die A87 Richtung Inverness. Auch als der Abzweig Fort William kam. Ich wählte die lange Route über Invermoriston. Dort führte ein wirklich schöner Cache mit mehreren Stationen durch den kleinen Ort. So sah man mehr als nur die Wasserfälle für die der Ort mehr oder weniger berühmt ist. Unter anderem ein kleiner Spaziergang durch den Eichenwald, sehr ruhig und idyllisch.

Nach dieser Station ging es nun wirklich Richtung Fort William, die A82 immer südwärts. Eine schöne Strecke, wenn da nicht die Sonntagsfahrer gewesen wären. Überholen ist leider nur selten möglich und aufgrund des langen Wochenendes war ordentlich Verkehr in beide Richtungen. So das selbst an möglichen Stellen ein Passieren der rollenden Hindernisse nicht in Frage kam. Ich war nicht der einzige Ungeduldige. Nur war ich nicht bereit unnötiges Risiko einzugehen und war deswegen einige Male nicht in der Lage meine Position in der Kolonne nach vorne zu ändern.

Als ich dann dochmal zum Zuge kam, hatte das Hindernis was dagegen. Dessen Fahrer gab selber ordentlich Gas. Komisch, plötzlich konnte der 60Meilen und nen bisserl mehr fahren. Also wieder dahinter einscheren bevor der Gegenverkehr zu nahe kam. Und was macht mein Vordermann, den ich nicht überholen konnte? Steig selber auf die Bremse! Hat der nen Knall? Bei der nächsten Überholmöglichkeit, das gleiche Spiel. Ich scher aus und der Kerl gibt Gas. Diesmal zog ich aber durch und schaffte es gut vor dem Gegenverkehr mich vor allen anderen zu setzen. Nur das das von allen Seiten mit Aufblenden quittiert wurde. Ok, ich hatte beim abgebrochenen Doppelpacküberholmanöver mit Einbremsung mich mit der Hupe für die Aktion beim Vordermann bedankt. Aber so wie der fährt man auch nicht! Nach nichtmal 500m war er aus meinem Rückspiegel verschwunden. So schnell verliert man keinen aus dem Blickfeld, wenn beide mit machbaren und erlaubten Tempo fahren. Man hat auch kein Dutzend Autos hinter sich, wenn man mit vernünftigen Tempo auf einer zweispurigen Strasse fährt.

3Meilen vor dem Ziel wurde man wieder eingebremst. Diesmal aber wegen echten Stau. Für die Meile bis zum Abzweig zu den Schleusen in Banavie (Neptun's Staircases) brauchte ich 15min. Alles nur wegen erhöhten Verkehrsaufkommen in Fort William.

Aufgrund des wunderschönen Wetters, hier war auch kaum noch Wind, hatte man einen Blick bis zum Gipfel des Ben Nevis. Ein Seltenheitswert den nicht wolkenverhangen zu sehen. Sogar einen Teil der Touristroute konnte man ausmachen. Na hoffentlich bleibt das Wetter morgen auch so, denn noch einmal will ich den Aufstieg wagen.

Die Familie wurde eingesammelt und in Zweiwagenkolonne ging es (zurück) nach Spean Bridge, um das Lager in der B&B aufzuschlagen und noch bis zum Abendbrot ein wenig spazieren zu gehen. Da bietet sich das Commando Memorial an. Nur eine Meile Fussweg und man hat eine hübsche Aussicht.

Im Gedenkkreis sind seit meinem letzten Besuch neue Schilder hinzugekommen. Nicht nur für Veteranen, sondern auch für in Afghanistan getötet Soldaten. Das jüngste stammte von diesem Monat. Eigentlich ist gar kein Platz mehr in diesem kleinen Kreis.