2010_urlaub_intro

Berichte von den Wanderungen und Erlebnissen des Tages sowie die dazugehörigen Bilder in der Galerie

Die Tagesberichte sind alle online. Und auch fast alle Bilder. Ich will auch noch Panoramabilder online bringen, aber das geht in der normalen Galerie nicht, da werd ich mir noch was ausdenken müssen.

   

Day 20: Auf nach Callander

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE War auch zu schön um war zu sein. Irgendwas muss an Corriemar, dem B&B für die nächsten drei Nächte, ja nicht passen. Jetzt ist es das Internet. Der Accesspoint im Flur mag nicht mit meinem Notebook reden. Aber sonst: ein Riesenzimmer mit 2x2m Bett nur für mich und durch meinen kleinen Privatflur geht es in ein Badezimmer mit Wanne UND Dusche. In der Dusche könnte man nebenbei noch nen Bernhardiner waschen und hätte noch genug Platz für einen selber!!

Callander ist vermutlich kleiner als Fort William, hat aber einiges mehr an Läden und wirkt sehr viel lebendiger. Und das nicht nur weil die A84 mitten durch den Ort führt. Gut es gibt keinen Riesen-Supermarkt, dafür zwei kleinere und jede Menge andere Läden und Restaurants sowie diverses Kulturelles.

Ich bin nur 30 Meilen von Crianlarich entfernt, aber einiges mehr an Meilen gefahren. Lag u.a. am Geocachen, aber in erster Linie daran, das ich mir die Karte falsch eingeprägt hatte und weil ich die Strasse zwischen Killin (Südende des Loch Tay) und Kenmore (Nordende des Loch Tays) nicht mag. Wobei ich den Verdacht habe, das ich morgen da nochmal hin darf, wenn ich drei Munros hintereinander bewandern will.

Heute machte sich der Herbst bemerkbar während der Sommer versuchte dagegen anzukommen. Die Tour zu Munros wäre eine wohl sehr nasse und gefährliche Angelegenheit geworden, denn sie waren in einer schwarzen Wolkenwand verschwunden, während wenige Kilometer weiter die Sonne durch die Wolken brach.

Sonntagmorgen entlang des Flusses Tay zu spazieren hat schon was. Man ist bis auf wenige Hundebesitzer allein. Um 10Uhr morgens schläft noch alles, die Bewölkung und ein warmer, kräftiger Wind, teils mit Böen tat sein übriges. Nach einer Woche schönsten Sommerwetters in den Highlands war es an der Zeit für Wetterwechsel.

Auf dem langen Weg nach Callander habe ich eine wirklich schmale Single Track Road gefunden. Die ersten Meilen nie breiter als 2m, dafür mit Spitzkehren und der dritte Gang war für meinen 80PS Turbodiesel oft sehr optimistisch. Selbst ich, die auf Single Track Roads nicht viel langsamer fährt als auf zweispurigen Strassen, empfand diese Strasse mehr als Arbeit, denn als Vergnügen. Erst als ich die Hochebene erreichte wurde es wieder lustig. Auch andere hatten den Weg hochgefunden und parkten dort. Was macht man da nur in der Einöde? Es waren keine Pfade im Heidekraut zu erkennen und bis zum nächsten Angelgewässer war es zu weit.

Irgendwann erreichte ich dann doch wieder die Hauptstrasse und zockelte die letzten Meilen vor Callander mit 50-60 kmh hinter einem anderen Auto her. Dieses zog ein Bootsanhänger hinter sich her. Einige Zeit war noch ein Auto zwischen uns, aber als das die erste Chance zum Überholen nutzte, habe ich gepennt bzw. zu sehr in den Rückspiegel geschaut. Es waren sehr viele Motorradfahrer unterwegs und die überholen auch, wo es nicht geht und bei Gegenverkehr. Von denen wollte ich keinen Volley nehmen.

So schielte ich eben vorallem nach hinten oder nach unten aufs GPS was die bessere Auflösung hatte was den Strassenverlauf betraf gegenüber den Navi. Ich wollte frühzeitig wissen, wann die Strasse gradeaus führt, um selbst am Bootsanhänger vorbeizukommen. Aber da kam leider nichts mehr.

Die Harakiri-Motorradfahrer, oft mit einem sich festkrallenden Sozius, traf ich alle an der Ampel in Callander wieder. Ihre teils wahnwitzigen Manöver hatten ihnen garnichts gebracht.

Corriemar ist genau am anderen Ende von Callander, aber dafür wird man quasi mit einem roten Teppich empfangen. Der liegt im Flur aus. 10min braucht man bis ins Zentrum, 2min mit dem Auto. Und vermutlich dann 8min mit Parkplatzsuche und evtl. auch noch Ticketkauf. Gegen einen kleinen Spaziergang ist nichts einzuwenden. Erst recht nicht, wenn man einen Schaufensterbummel machen kann. Andererseits sind mindesten 3 Süsswarenläden eine ziemliche Versuchung, da gab es sehr leckere Sachen in den Auslagen. Bin ich deswegen die letzten 3 Wochen so oft und viel gewandert?