Vorfreude

Der letzte Urlaub war grade erst vorbei, da wurde schon angefangen, den nächsten zu planen.

Mit jedem Monat nach dem Urlaub im alten Jahr nahm die Planung für 2011 immer mehr Formen an. Sehnsüchtig wurde auf die Veröffentlichung der Sommerfahrpläne von DFDS Seaways und auch Calmac gewartet.

 

So kam es das schon Ende November das Fährticket für den Sommer 2011 gekauft und damit der zeitliche Rahmen für den Urlaub festgelegt wurde.

Aber wer oder was ist Calmac? Das ist die Kurzform für Caledonian MacBrayne Hebridean and Clyde Ferries. Diese Fährgesellschaft ist hauptverantwortlich für die Schiffsverbindung an der Westküste Schottlands. Da ich dieses Mal auch auf die Äusseren Hebriden will, komm ich um eine Nutzung von Calmac nicht drumrum. Die liessen sich aber ganz schön Zeit mit dem Online-Stellen des Sommerfahrplanes, der gleichzeitig auch die Preisliste enthält.

Seit ich das DFDS-Ticket hatte, habe ich so einige Routen erstellt, um- und verworfen. Aber seit heute steht die Route endgültig und unverrüttelbar fest, die kurz vor Weihnachten von mir beschlossen wurde. Denn heute wurden die Tickets fürs Inselhopping gebucht. Calmac bietet zwar sogenannte Hopscotch-Tickets an, das sind Bundles von Tickets für Inselhopping, aber trotz der zahlreichen Kombinationen war immer eine Verbindung dabei die ich nicht brauchte, so das mich die Einzelbuchung günstiger kam.

Hauptgrund für die Auswahl meiner Ziele ist das Geocachen, aber ich habe auch noch die ein oder andere Rechnung offen bezüglich einiger Wanderungen und Ausflüge.

Die Route:

Wie erprobt geht es von Amsterdam nach Newcastle. Das erste britische Lager wird im Grossraum Tyndrum aufgeschlagen. Aufwärmtraining ist nicht, gleich in der ersten Woche stehen einige Munros an. Einmal die frühzeitig abgebrochene Wanderung nördlich des Loch Tay (Ben Lawers Range) und eine zweite Tour in der Nähe von Crianlarich.

Danach folgt der Flachlandpart. Es geht zum Sound of Jura, nach Ardfern. Das liegt auf einer Halbinsel südlich von Oban. Oban ist die folgende Zwischenstation, mehr Zwischenstopp. Da heisst es sehr früh aufstehen, Frühstück reinstopfen und ab zur Fähre nach Castlebay. Die andere Variante wäre gewesen, ausschlafen aber dafür kurz vor Mitternacht erst im Zielhafen ankommen. Ich habe die Überfahrt gewählt, die auch Coll und Tiree ansteuert und nach knapp 7 Stunden, die Insel Barra erreicht und damit die südlichste, grössere Insel der Äusseren Hebriden.Wegen der langen Überfahrt ist letzter Check-In um halb 8Uhr morgens, 45min vor Abfahrt.

Schon am nächsten Tag geht es weiter nach South Uist via Eriskay (Fähre). Für die Erkundung der weissen Sandstrände von North Uist hab ich einen ganzen Tag.

Eine dritte Fährüberfahrt bringt mich nach Lewis&Harris. Warum die grösste Insel der Äusseren Hebriden einen Doppelnamen hat, weiss ich nicht. Aber ich werde ein paar Tage da bleiben, um die Caches zu finden und die Steinkreise zu besuchen.

Dann endet der Aufenthalt auf den Äusseren Hebriden und ich werde via Tarbert auf meine Lieblingsinsel übersetzen: Skye. Drei verschiedene Lager werde ich da aufschlagen: Uig/Portree, dann für eine Nacht ein Hostel in der Nähe von Loch Brittle. Der Abschluss und hoffentlich den Höhepunkt des Urlaubs wird eine gute Woche auf der Halbinsel Strathaird sein: Elgol oder ganz in der Nähe Glasnakille. Je nachdem, welche B&B günstiger ist. Neben Wandertouren z.B. den Blaven hinauf, wird auch Boot gefahren. Dieses Jahr sollte ich zu einer Zeit da sein, wo an den Klippen von Canna das pure Vogelleben herrscht. Eigg will ich auch nicht nur aus der Ferne sehen. Zwei Trips mit dem AquaXplorer sollten es also werden.

Aber auch die Bella Jane wird dieses Jahr genutzt. Einmal mit Return, nachdem ich den Loch Coruisk umrundet habe. Und eine zweite Fahrt ohne Rückfahrkarte. Ich habe schon soviel davon gehört und sie auch schon gesehen, aber endlich will ich sie auch bezwingen: die "notorius bad steps" und zu Fuss den Rückweg nach Elgol antreten. Je nach Wetterlage und Zeit sogar den langen Weg nach Sligachan. Nur wie ich von da nach Elgol zurückkomme ist eine nach wie vor offene Frage. Die Antwort darauf kann aber noch warten.

Irgendwann wird auch die Woche zu Ende sein und so langsam geht es heimwärts. Aber nicht bevor eine Sackgasse, die zum Loch Hourn führt erkundet wurden ist.

Letzte Übernachtung wird wie 2010 in Carlisle sein. Einziger Grund: die Cacher-Runde, die ich nicht komplett machen konnte, weil mir Information gefehlt hat.

Eine Kleinigkeit hab ich noch vergessen: mein Auto wird zum Fahrradträger. Ein Paulchen-Tieflader hängt seit Herbst am Heck. Das Auto wird nicht höher und nicht breiter, nur mit Fahrrad etwas länger. Ich bin aber in den Abmessungen drin für einen normalen PKW und muss somit keinen Zuschlag auf den Fähren zahlen, aber ich habe die berechtigte Hoffnung auf der DFDS-Fähre nicht auf die oberen Rampen zu müssen. Die Aussenspiegel einklappen bringt nicht viel, weil das Fahrrad genau diese Zentimeter auf beiden Seiten übersteht. Ergo bin ich zu breit für die schmalen Gänge und hohe Packungsdichte für diverse Rampenparkplätze.

So früh wie dieses Jahr war ich mit der Routenausarbeitung noch nie fertig. Auch die ersten Unterkünfte sind schon gebucht oder angefragt. Ich freu mich auf den Urlaub wie ein Kind auf Weihnachten. Apropos Weihnachten: mein Geschenk für kommende Weihnachten werd ich spätestens im Sommer in trockene Tücher bringen.