Day 06 - Ausspanntag mit Ausflug nach Oban (05. Juni)

Am Vorabend hab ich beschlossen heute eine grosse Runde gen Westen zu fahren. Von Killin nach Oban, dann die Küste entlang bis Ballacuish und über die A82 wieder zurück nach Killin. Unterwegs den einen oder anderen Cache einsammeln.

Der erste kam kurz vor Crianlarich, Parkplatz in einer Baustelle ansteuern, kurz die Strasse lang und einen Hügel hoch zu einer alten Ruine. Erst heute machte sich bemerkbar wie die Muskeln an Lawers Ridge gefordert wurden. Heute waren sie müde und protestierten erstmal. Natürlich war ich wieder mit Socken und Sandalen im feuchten Gras unterwegs.

Hinter Tyndrum wurde nochmal bei Kinloch Castle angehalten. Wie auch letztes Jahr erstmal an der Einfahrt vorbei. Das fiel mir erst auf als ich auf der Brücke über den Fluss war. Also wenden und wieder zurück. Dabei kannte ich doch die Falle. Im Gegensatz zum letzten Jahr war der Parkplatz voll, der Himmel von Wolken bedeckt und einiges an Anglern war am Loch. Immerhin war Sonntag, da hat man Zeit zum Angeln.

Wenige Wochen zuvor muss es ordentlich Hochwasser gegeben haben. 2-3m von der aktuellen Wasserlinie entfernt war Treibgut, wie kleine Äste, aber auch Plastikmüll angespült und markierte die Hochwasserlinie.

Kurz vor Oban wurde bei den Falls of Lora Halt gemacht. Es sind keine Wasserfälle wie man erwartet unterhalb der Connel Bridge. Es ist eine Auswirkung geologischer Besonderheiten, die die Grenze zwischen Loch Etive und der See markiert. Der Durchgang ist da so schmal und durch Gestein am Grund so flach, das sich durch die Gezeiten das Wasser regelrecht staut, wenn es aus den Loch oder in den Loch fliesst. Es bilden sich stehende Wellen, Strudel und eine sehr starke Strömung. Je nach Fortschritt der Tide und Mondphase. Man sieht nicht nur das Wasser fliessen, sondern man hört es richtig rauschen, wenn der Höhenunterschied gross genug ist.

In Oban wurde der kostenlose Parkplatz in der Nähe von Tesco, Lidl und Aldi angesteuert und zu Fuss Richtung Hafen und Calmac Ferry Terminal gegangen. Ich wollte die Chance nutzen mich zu orientieren bevor ich in wenigen Tagen in aller Herrgottsfrühe hinfinden muss. Und ich konnte aus meinen EMail-Ausdrucken richtige Tickets machen, was nochmal etwas Zeit bringt.

Als ich das Terminal wieder verlassen habe, war grade eine Fähre am Anlegen. Das Schiff hielt graden Kurs im rechten Winkel zur Pier und es wurde nicht sichtbar langsamer. Es wirkt nicht grade beruhigend wenn man auf der Pier steht und ein Schiff gradewegs auf einem zufährt. Dann fing das Schiff noch immer in Vorfährtsbewegung an, das Heck Richtung Pier zu bewegen und sich dabei zudrehen. Es wurde quasi slidend angelegt. Rumste ganz schön als die Poller getroffen wurden. Ist aber wohl normal, das die so anlegen. Es passen scheinbar zwei Fähren an die Pier. Eines liegt in etwa 45Grad Winkel und das andere parallel zur Pier.

Oban liegt in einer natürlichen Bucht, wenn man hoch zur Ruine von Dunollie Castle fährt, kann man einen Grossteil der Bucht überblicken sowie die Ausfahrt der Bucht. Von der Ruine hat man sehr guten Blick nach Mull und was da noch so an (Halb)Inseln liegt. Die Fähre, die grade ablegte als ich am Terminal ankam, war noch in Sichtweite als auch die Fähre die Ausfahrt passierte, deren flottes Anlegemanöver ich beobachtet hatte. Da wird keine grosse Pause gemacht. Passagiere und Fahrzeuge runter, die Neuen wieder rauf und es geht weiter.

Mittlerweile ist aus ab und an leichten Regenschauern ein ausdauernder Regen geworden und auch der Nachmittag schon gut vorangeschritten. Zeit den Rückweg anzutreten. Einmal noch kurz bei den Falls of Lora halten. Es war kaum noch Strömung, keine Wellen und kein Rauschen mehr. Es muss als um den Wechsel von Ebbe zu Flut gewesen sein.
Bevor ich auf die A82 fuhr, machte ich mir noch den Fahrspass den Umweg um den Loch Leven herumzufahren und nochmal bei den Wasserfällen bei Kinlochleven spazieren zu gehen.

Während ich auf den Weg nach Oban mit am schnellsten auf der Strasse war und ein ums andere Mal bei passender Gelegenheit andere Autos überholt habe, so schaute ich im Glen Coe und durch Rannoch Moor auf den Tacho, um zu sehen ob ich so langsam oder die anderen so schnell sind. Jetzt wurde ich von einigen Autos überholt, dabei fuhr ich Tacho knapp 100km/h, also die erlaubten 60 Meilen.

Kurz vor Bridge of Orchy hatte ich trotz des Regens freie Sicht auf Beinn Dothaidh und Beinn Dorain. Jetzt wusste wieso ich letztes Jahr über eine Stunde vom Sattel bis zum Beinn Dorain brauchte. Weil ich zudem auf dem Hinweg dem Schafspfad gelaufen bin, war ich umso beeindruckter. Das war verdammt hoch, sehr zerklüftet und steil. So schlimm sieht es garnicht aus, wenn man aus Richtung Tyndrum kommt. Manchmal braucht es eben verschiedene Perspektiven.

Zum Abendbrot wurde in den Pub eingekehrt wo ich letztes Jahr ein paar Mal war, quasi gegenüber von Inveradran House. Die haben da numal eine leckere Küche. Hat sich wieder voll bestätigt. Diesmal wurde auch der Blätterteig auf der Steak und Ale Pie gegessen.

Da morgen Bettenwechsel ist, ist noch nicht ganz Feierabend. Auto muss erst wieder beladen werden. Es gilt die Importware wieder zu verstauen und das Packmass wieder zu optimieren, in dem nochmal etwas umsortiert und neu geschichtet wird.

Bilder eines Ausspanntages