Day 04: Heiligabend

"Persistent rain", also anhaltender Regen. Das ist die Wettervorhersage für die Weihnachtsfeiertage. Dazu noch die ein oder andere Sturmböe bzw. gleich starker Wind bis Sturm. Dazu der Aushang in der Hostel-Hausordnung bzgl. Aufenthalt im Hause tagsüber: "It's Christmastime", man wird also nicht rausgeschmissen, sondern kann den ganzen Tag in der Lounge oder auf dem Zimmer hocken. In der Panorama-Lounge gibts einen Tisch, TV und Radio, Ablagekissen für die Füsse und es dauert keine 30Sekunden sich einen Stuhl aus dem Speisesaal zu holen. Also bleibt man drinnen und schaut dem Regen zu. Dazu hat man wohl das Panoramafenster. Sitzt man im trockenen, dann kann man den waagerechten Schauern und Schleiern sogar Schönheit zuschreiben. Wenn jetzt noch die Heizung zwei Grad wärmer wäre, wäre es perfekt. Aber leider hat man in den 70er als das Hostel gebaut wurde noch nicht so auf Isolierung geachtet, deswegen ist es ein wenig frisch und zugig. Der Tisch ist leider direkt neben dem Notausgang. Umso öfters und länger ich zu dem Fenster rausschaue, umso besser finde ich die Idee heute das Hostel nicht zu verlassen.

Endlich mal Zeit die Berichte zu schreiben, die Fotos von den Kameras zu holen und zu sichten. Küche ist nur 4 Stufen hoch, durch eine Tür und rechts rum, dann steht man mittendrin und im Vorratsregal sind Stollenkonfekt und Lebkuchen, falls mich das Verlangen überkommt. Buch hab ich da, ein Puzzle und Soduko.
Bert ist in den Bergen unterwegs. Wird da aber nicht lange bleiben, ausser er will Schwimmunterricht nehmen. Mat wirbelt mit Pinsel und Putzlappen durchs Hostel und hat schon für nen Lacher gesorgt. Er hat kurzerhand die Waschräume (incl. WC und Dusche) für Männer und Frauen getauscht. Heute abend kommen 8 weitere Gäste und dann wird es mehr Frauen als Männer geben. Der bisherige Männer-Waschraum ist grösser. Der Frauenwaschraum hatte eine Dusche, 2 Toiletten und drei Waschbecken wo bei zweien die Kaltwasserhähne mackig waren. Der zweite Waschraum für diesen Flur hat 2 Toiletten, zwei Waschbecken und zwei Duschen. Ist nicht wirklich grösser, aber ist heller und die Waschhähne sind nicht mackig.
Damit Bert sich nicht verläuft gibts für ihn nen Schild im Flur auf dem Boden und dann noch rote Schilder an den Eingängen. 

Christmas Eve ist bei den Briten noch nicht zum Feiern, deswegen gibts in Shieldaig heute abend Party in der Bar. Ich werd mir im Hostel erst mein Mikrowellenessen machen und dann nach Shieldaig fahren und mir die örtliche Band anhören.

Oder auch nicht. Ich sass vor geplanten Aufbruch an meinem Puzzle als Bert mit Gitarre reinkam und sagte es kommt noch eine zweite. Zwischenzeitlich hatte ich eine Zimmergenossin bekommen. Julia. Gebürtige Litauerin, studiert in Edinburgh, vorher in London. Dazu dann noch Philipp und Sarah. Phil hat die zweite Gitarre.

Es wurde ein sehr geselliger Abend in der Panoramalounge. Bert und Phil wechselten sich beim Singen ab während der Rest bei Nüssen, Lebkuchen und den einen oder anderen Whisky lauschte.

Wie meinte Mat: "Who need a pub when you can have this?" Right, no one!