Day 07: Meet up on Cromarty (27.12.2011)

Der heutige Tag war der Grund wieso die Entscheidung fiel die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr auf der Black Isle zu verbringen und zum Beispiel nicht in der Speyside. Während der Planung kam nämlich eine Geocaching Event Ankündigung raus. Am 27. Dezember sollte es "The last pieces of Minced pies" geben. Die Chance einige schottische Geocacher persönlich kennenzulernen und zu sehen wer hinter den Cachernamen und Caches steht. Das Treffen war für den Nachmittag angesetzt, so blieb mir der Vormittag zum Cachen. Da ich keine gute Karte von der Black Isle hatte (es ist nur eine Halbinsel) und das GPS einen zu kleinen Bildschirm bin ich via A9 nach Fortrose, also erstmal vom eigentlich Ziel weg um sich dann wieder anzunähern. Die Strasse kannte ich von meinem kleinen Irrabstecher vom Vorabend und so bin ich auch nicht mit Karacho durch die grossen Pfützen auf der Strasse, sondern hab ordentlich abgebremst.

Durch Fortrose durch und bis zum Ende der Insel nach Cromarty. Bin ich 2009 echt soweit gefahren? So lang hatte ich die Strasse garnicht in Erinnerung. Aber an den Parkplatz konnte ich mich dann wieder erinnern. Mütze auf, Handschuhe an und los mit GPS durchs verschlafene Städtchen. Es war wirklich frisch, aber trocken und es blies kein Wind. Man könnte fast geneigt sein, es schönes Wetter zu nennen. Zum Vergleich der letzten Tage stimmte das ja auch. Den ersten Cache gefunden und gleich eine Wartung machen. Das alte durchnässte Logbuch sicherstellen und vielleicht dem Owner beim Treffen übergeben, ein neues Logbuch rein. Während ich da so rumfummelte, weil es ein wirklich sehr kleiner Cachebehälter war und das Logbuch ein sehr schmaler Papierstreifen war hatte ich alle Zeit der Welt die Meerenge zwischen Cromarty Firth und Moray Firth zu beobachten. Das Wasser war fast eben und da gabs ja noch die Schule Grosser Tümmler die dort heimisch war.

Kein Delphine, aber ein Seehund konnte ich vom Ufer aussehen. Immerhin etwas. Cache in Ordnung wieder zurückgelegt und weiter durch Cromarty. Nach kleinen Fehlschlag bei Suche in der Nähe einer Telefonzelle wo ich mich von einem LAdenbesitzer beobachtet fühlte weiter zum alten Friedhof. Über schönen moosigen Rasen laufen und wieder interessante Inschriften lesen. Dann kurz hinter dem Friedhofsgelände den Hang hoch und Cache bergen. Früher muss da mal ein Pfad gewesen sein, denn dort war ein altes Tor von und zum Friedhof. Beim Verlassen des Friedhofes entdeckte ich dann erst die Tafeln, die verschiedenen Arten von Grabsteine erklärten, sowohl in der Gestaltung als auch die Inschriften. Da ging es um die Kindersterblichkeit (die Frauen bekamen nicht wenige Kinder, aber die meisten wurden nicht volljährig, viele verstarben als Babys), aber auch um Gräber für Seeleute, die Gedenksteine waren und keine Gräber, weil der Seemann auf See bestattet bzw. vermisst wurde.

Weiter ging es mit ein paar Anläufen in der Wegfindung zu dem ersten Friedhof von Cromarty. Kein Schild, nichts wies auf ihn hin. Er lag halb den Berg hoch, der zum Aussichtspunkt führt. Das eine Grab ganz hinten in der Ecke wird wohl nur durch Geocacher gefunden, denn eine sehr alte Tanne und andere Bäume versperren den Weg.

Zurück zum Auto und dann mit diesem die SingleTrack zum Aussichtspunkt (Charlies Seat) gefahren. Caches hab ich da keine gefunden, bei dem einen muss ich blind gewesen sein, zu dem anderen führte einfach kein Weg. Bei durchnässten, lehmigen Boden an einer Klippe sollte man davon absehen sich einen Weg zu suchen. So genoss ich einfach nur die Aussicht und das trockene Wetter. Bevor es Zeit wurde nach Fortrose zu fahren um sich mit den anderen Cachern zu treffen.

Theoritisch durchquerte ich den Golfplatz etwas zu früh um den Pocknickplatz am der Spitze der Landzunge (Chanonry Point) zu kommen. Aber da waren die Parkplätze schon knapp und ein verdächtiges Grüppchen hatte sich auch schon versammelt. Bei Annäherung sah ich jemanden mit GPS rumfummeln und an einem Auto prangte ein Travel Bug. Kein Zweifel: Geocacher. Der Tisch bog sich gradezu vor Kuchen und Küchlein. Dazu Tee, Kaffee und sowas wie Glühwein. Auch für die Hunde war gesorgt. Mehr als 5 tummelten sich um den Tisch und am nahen Wasser und liessen sich die Hundeleckereien schmecken. Für jeden Cacher gabs auch noch zum Mitnehmen, ein kleines Überraschungsgeschenk (ähnlich wie Wichteln, nur das alles von einer Person gespendet und eingepackt wurden ist. Vielen, vielen Dank nochmal dafür) und einen Anhänger.

Aus den zahlreichen Kuchen pflückte ich mir den mit Schokobrownie raus. Mann war der Lecker. Damit wenigstens etwas Kalorien abgelaufen werden könnten, machte ich mich auf die nahen z.T. extra für den Event gelegten Caches zu suchen, sowie wie es die anderen vorher, währenddessen und nachher auch taten.

Es wehte echt kein Lüftchen. Der Firth lag da wie ein öliger Spiegel im Zwielicht. Es war zwar noch Nachmittag, aber trotzdem dämmrig. Das Wetter hätte kaum besser sein können, ideal für den Tag. Als die Sonne sich anschickte unterzugehen wurde der Tisch abgebaut und versucht die den zahlreichen Kuchen auf die Teilnehmer aufzuteilen. Meine extra mitgebrachten deutschen Lebkuchen konnte ich wieder einpacken, aber die Stollenkonfekt. gab ich der Veranstalterin, wenn auch mit Überredung, weil sie hatte ja noch soviel von dem anderen Kuchen, aber andererseits liebt sie das Stollenkonfekt.

Noch im Aufbruch machte ich mich daran Informationen für einen Mehrstationen-Cache zu finden, aber ich kam nicht weiter mit meinen Notizen und als ich noch ein paar Cacher fragte, die noch nicht weggefahren waren, ergab sich die Einladung zu einer Cachingrunde. Klar war ich dabei. So kam ich auch zum Abstauben von Caches, sprich mir wurde gezeigt wo sie sind, aber auch erklärt was es damit auf sich hat.

Kurz nach Sonnenuntergang, aber noch im hellen Licht der Dämmerungtraf sich die Minikolonne von drei Fahrzeuge wieder beim Golfplatz, wo noch weitere Cacher warteten. Man hatte was Besonderes vor: einen Erstfund oben in den Hügeln, weil es dort aber zuwenig Parkplätze gab musste sich umverteilt werden auf nur drei Autos. So fand ich mich schnell in einem SUV wieder und los gings. Angekommen am Parkplatz wurde gefragt wer die Koordinaten hat und somit das Rätsel gelöst hat. Wir waren 10 Erwachsene, 1 Kind und plötzlich war da noch ein Hund. Mir war garnicht aufgefallen, das auf der Rückbank hinter mir noch ein Käfig war.

So zogen wir in den Wald im Gänsemarsch mit einer tollen Aussicht über Fortrose. Auf dem Weg noch einen anderen Cache gehoben. Den Erstfund hatten sich andere gesichert, doch der nächste Cache sollte unserer sein, denn die Erstfinder waren die Verstecker von jenem.
Ein wenig rutschten wir auf den schlammigen Weg und ab und an waren dornenbewehrte Zweige und Ranken im Weg, aber der Fund war unserer.

Unterschrieben wurde nur mit "The BFG", The Big Friendly Group. Was hatten wir für einen Spass. Auf den Weg zurück zum Parkplatz war es mittlerweile richtig dunkel geworden, aber die BFG löste sich noch nicht auf. Es ging zurück zu den anderen Autos und dann zog die Karawane durch Fortrose auf Dosenjagd. Schliesslich kam es sogar noch zu einem Nachtcache. Für die meisten der Gruppe war es der erste Nachtcache. Das Parken war schon ein Abenteuer, weil es ein sehr kleiner Parkplatz zwischen den Bäumen war und dann gings mit Taschenlampe bewaffnet in den Wald immer den Reflektoren nach und hügelan.

Eigentlich hatten wir hier auch auf einen Erstfund gehofft, aber da war jemand schneller und ist noch vor der Dämmerung los :( Aber Spass hatten wir jedenfalls und Gerry, einer der Cacher zeigte uns noch einen weiteren Cache, den man sonst nur tagsüber machen kann. Das Besondere an diesem war das über ihn ein riesige hölzernes Spinnennetz samt Spinne in den Bäumen gebastelt war. Im Taschenlampenschein sah das schon ein wenig gruselig aus.

Jetzt war aber wirklich Schluss mit der Dosenjagd. Alle waren müde, ein toller langer Tag und vorallem Nachmittag/Abend lag hinter uns, aber jetzt war es spät geworden, zumindest stockduster und ich war herrlich müde.