Day 08: Blutopfer auf der Black Isle (28.12.2011)

Das war heut ein Tag der Opfer und des miesen Wetters. Konnte ja schlecht so weitergehen wie den vorherigen Tag.

Da ich gestern zu müde war, die Koordinaten für die heutige Dosensuche auf das GPS zu laden wollte ich das nach dem Frühstück machen. Dazu brauch ich ein Notebook, nur dessen Bildschirm blieb dunkel. Es leuchteten zwar diverse der LEDs, ich hörte wie die Festplatte surrte und sonst war nichts.

Im Haus gabs zum Glück noch einen herkömmlichen PC mit Monitor. Notebook daran gestöpselt und ich sah ein Bild. Beruhigend, die Graphikkarte ist schonmal heile. Koordinaten laden und im Internet nach einer Problemlösung suchen.

Draussen stürmte es, es regnete und mir widerstrebte es das warme, trockene Haus zu verlassen. Aber da draussen warteten noch so viele Dosen. Wenigstens eine kleine Runde musste drin sein.

Also Regenhose über die Wanderhose und los. Diesmal über die kleinen Strassen die über die Insel führten und dabei die ein oder andere Dose einsammeln. So kam ich nach Avoch wo ich auch eine Dose finden wollte, wo man nur rankam wenn man vorher bestimmte Zahlen zusammensuchen und etwas rechnen muss. Diesmal ging es um Sir Alexander MacKenzie, der dort auf dem Friedhof begraben war. Für einen kurzen Moment hatte es aufgehört zu regnen und so wurde ich nicht nass als ich mit dem Friedhofstor kämpfte. Der Riegel sass fest und rührte sich nicht. Bis er sich plötzlich bewegen liess und ich ihn mit ganzer Kraft Richtung meiner zweiten Hand schob und ein Teil des rechten Zeigefingers zwischen Riegel und Stopper geriet.

Autsch. War mein erster Gedanke. Autsch auch meiner zweiter und der dritte, wieso blutet es eigentlich nicht, da wurde doch ordentlich Haut beiseite geschoben.

Das Blut kam dann zeitverzögert, dafür nicht zu knapp. Es tropfte vor sich hin und ich machte einen Spaziergang über den Friedhof, um das Grab von Sir Alexander Mackenzie zu finden.

Die Sonne schien, ich lief auf federnden, moosigen Rasen, studierte Grabsteine, das Blut lief den Finger runter und ich fand das Grab nicht. So gross war der Friedhog nun auch wieder nicht und mittlerweile war ich zweimal überall lang. Bis ich dann das überhaupt nicht unauffällige Grab endlich erblickte. Es war durch eine Mauer und ein kleines Tor vom Rest getrennt. Schnell die Daten notiert, gerechnet und dann den Cache gesucht und nicht gefunden. Mmh, gut dann nicht. Dann eben zurück zum Auto und im mittlerweile wieder strömenden Regen den Finger verarzten. Blutende Wunden gerinnen nicht so leicht, wenn sie nass werden. Das FirstAidTrekking-Kit hat unschönes Pflaster, ich bekam die Schutzverpackung fast nicht ab. Also nach Fortrose zur Apotheke und zum Supermarkt.

Auf der Farm gabs Eier im Überfluss und ich durfte (und sollte) mich daran bedienen, weil es an Abnehmern aktuell mangelte. Also irgendwas finden um Rührei zu pimpen, aber keine Experimente so kam nur Zwiebel in den Einkaufskorb. Die wurde allerdings in der Kühltheke des Gemüsebereiches gefunden.

Aber noch war es hin bis zum Abendessen, ein paar Caches wollte ich noch finden auf den Rückweg. So fuhr ich in leichtem Zickzack in der Gegend rum, fand einen Cache nicht und kam auf dem Kurs nochmal zum Friedhof zurück, um nochmal mein Glück zu versuchen, blieb aber wieder erfolglos. Also doch zurück zur Farm. Vorallem weil der Finger immer mehr weh tat und die Wunde unter dem vom Regen durchnässten Pflaster brannte und anscheinend immer noch blutete.

Auf dem Weg immer noch auf Dosensuche auf der Wiese neben der SingleTrackRoad geparkt. Die schon vorhandenen Spuren hätten mir Warnung sein sollen. Es kam wie es kommen musste, die Reifen drehten auf den durchnässten weichen Boden durch und der Dreck flog nur so rum, bis ich mich in Wintermanier befreite. Anfahren im zweiten Gang muss man eben nicht nur bei Schnee- und Eisglätte.

Die nächste Dose lag an einer T-Kreuzung, die von Gräben und Leitplanke eingerahmt war. Ich fand die Dose und besichtigte danach mein Auto, was über und über mit Schlamm und Grashalmen bedeckt. Na hoffentlich wird der Regen noch um einiges stärker, denn auch auf den Scheiben war reichlich Dreck oder den Gartenschlauch auf der Farm nutzen. Während ich noch leicht schockiert das Auto betrachtete hielt ein SUV nebenmir und Gerry begrüsste mich.

Weiter kamen wir erstmal nicht, da wir ein drittes Auto blockierten was ankam. Kurz rangieren, die Strasse räumen und weiterreden. Er erzählte mir, das er die eine Runde machte, die ich auch am Morgen angefangen hatte und dort öfters auf meinen Namen gestossen ist. Ich erzählte ihm von meinen Missgeschick am Friedhof und das ich nicht fündig geworden bin. Er bot mir an, den Cache zu zeigen. Das war zwar genau die andere Richtung, aber egal. Die Rache war mein. Auf dem Weg hielt er auch noch beim zweiten Cache, den ich nicht gefunden hatte. Ich hatte schlichtweg falsche Daten auf das GPS geladen bzw. Daten, die mir nicht halfen.
Warum ich am Friedhof nicht fündig wurde, klärte sich dann auch. Ich hatte auf der falschen Strassenseite gesucht, weil ich mich von der Terrainbewertung hab in die Irre führen lassen.

Erst beim Loggen auf der Webseite stellte ich dann fest, das Gerry der Owner von diesem Cache war und er vorher notiert hatte, das er aufgrund eines schlechten Gewissens (mein verletzter Finger) mir das Versteck gezeigt hat.

zurück auf der Farm die Wunde inspiziert, nochmal gereinigt und das neugekaufte Pflaster drüber. Mmh, also beim nächsten Urlaub kommt umbedingt Hansaplast mit. Das wasserdichte Pflaster aus der Apotheke ist ja noch unschöner als das aus dem FirstAidKit. Dann doch lieber das Chirurgentape.

Dafür hatte sich nach einem Tipp aus dem Internet mein Notebook berappelt. Akku raus und der Monitor funzte wieder.

Draussen stürmte es mittlerweile heftig und auch drinnen hatten wir vom Sturm, ja ein richtiger Sturm was. Es zog die Wendeltreppe runter in die Lounge und durch die grosse Terrassentür blubberte das Wasser von unten durch die Ritzen. Der Wind drückte den Regen gegen die Tür und durch die Ritzen. Aber noch war Strom da. Die Lichter von Dingwall am gegenüberliegenden Ufer verschwanden ab und an, aber nicht wegen Stromausfall, sondern wegen der dichten Regenwände (Gut fürs Auto, das wird hoffentlich sauber).

Ein Verlierer gabs dann doch noch: die Haus- und Hofkatze. Tagsüber pennt der Kater auf einem Stuhl in der Küche. Da ist es lauschig warm, weil Fussbodenheizung via Agaofen, der dank Ölumrüstung den ganzen Tag läuft.

Es gibt im Haus allerdings keine Katzentoilette, weil die gabs da noch nie. Deswegen muss die Katze nach draussen. Auch bei Sturm. Die Katze wollte erst nicht so recht, wurde mit Trockenfutter aber erfolgreich rausgelockt. Das arme Tier. Kein Wunder wieso es fast den ganzen Tag dann schläft, wenn es uns nicht grade veräppelt, weil es mauzt und wenn man sie dann sucht, einmal durchs Haus rennt und dann plötzlich hinter einem sass.

Morgen gehts dann auf nach Inverie. Die Taschen sind noch immer nicht sortiert und eigentlich müsste ich im Auto damit auch weiter machen. Aber bei dem Wetter heute?