Day 09 - Stürmische Zeiten (29.12.2011)

Wenn ich aufgrund der Witterung schon nicht im Auto sortieren kann, dann wenigstens die Klamotten für Knoydart zusammensuchen und in eine Tasche packen. Mmh, was nimmt man nur alles mit? Wanderklamotten in eine Tasche ist schonmal klar. Aber was ist mit abends im Pub, der Hogmanay Party oder gemütliches Fläzen in der Lounge. Temperaturen sollen ja die Tage noch ordentlich sinken, also müssen Pullover mit, weil die Wandersachen sind nicht für Pausen gedacht und müssen nach Regen auch erstmal wieder trocknen.

Beim Verstauen im Auto sah auch alles noch recht überschaubar aus. Rechnung bezahlen, sich bei allen Verabschieden und los. Schon fast beim Verlassen des Hofes kam mir noch der Housesitter hinterher, ob ich denn mein Notebook nicht mitnehmen möchte? Äh, doch.

Für die Route hatte ich mir noch ein paar Caches ausgesucht. Bis zum Loch Ness führte mich die Route über die Strassen, die ich auf meinen Umweg nach Torridon im Dunkeln gefahren bin, nur eben in die Gegenrichtung. Gestartet bei bewölkten Himmel, aber noch Trocken, regnete es unterwegs ein paar Mal. Doch kurz bevor ich den Loch Ness erreichte brach die Sonne durch die Wolken und blendete, weil die Strahlen auf der nassen Strasse reflektiert wurden.

Bei solcher Witterung und dieser Jahreszeit sind die Highlands wie in Gold getaucht. Das Licht der tiefstehenden Sonne goldorange, die Regentropfen, die an den Ästen und im Gras hängen, glitzern, die braunen Berghänge leuchten.

Am Loch Ness, auf dem Parkplatz von Urqhuart Castle, wurde es noch faszinierender. Die Sonne blendete vom Südende, man selber wurde von grossen Regentropfen getroffen, gemischt mit Schneeflocken, über einen blauer Himmel und über dem Nordende stand eine weisse Regenwand. Ergebnis war natürlich ein Regenbogen. Nicht der schönste (für schottische Verhältnisse), aber doch erwähnenswert.

Die vergebliche Cachesuche in Invermoriston will ich am liebsten vergessen. Es war ein Rätselcache, aber ich kam einfach nicht drauf. Die Sonne schien nicht mehr, dafür mehr Regen, dann viele, grosse, schwere Schneeflocken und der Wind nahm zu. Nach 10min hin und her auf dem Parkplatz, verschiedenen Idee, die aber nicht zielführend waren. Hatte ich keinen Bock mehr. Es war nass, es war kalt, es war windig. So macht Cachen keinen Spass, wenn man nichtmal weiss, was man sucht.

In Fort Augustus wollte ich noch zwei weitere traditionelle Caches einsacken. Der grosse Parkplatz im Ort ist im Winter gebührenfrei und auch fast leer. Ausser man macht sich grade auf zur Dosensuche, dann kommen natürlich 3 grosse Busse mit Touristen an (mindestens einer voll mit Asiaten). Alles strömt Richtung Schleusentreppe und Bootsanleger. Und natürlich war der Cache auch da irgendwo. Da galt es wieder, die Masse als Tarnung nutzen.

Trotz des Wetters, es regnete, Wind kam auf und es war alles andere als angenehm war, fanden noch Bootstouren quer über den Loch Ness statt. Ganz konnte ich mich den Trubel nicht entziehen, ich durfte den Fotografen für ein Päarchen machen. (Ob die später noch wissen, das das die Brücke in Fort Augustus war, hinter ihnen River Oich und Loch Ness?).

Die Schleusentreppe in Fort Augustus ist baugleich zu der bei Fort William am anderen Ende vom Caledonian Canal und ein Schiff wartete auch nicht auf Schleusung. Wie die Schleusung funktioniert weiss ich ja, schon ein paar mal gesehen, aber etwas war anders. Durch Regen und auch Schmelzwasser führte der Fluss soviel Wasser, das das Wasser über die Schleusentore floss.

In Fort Augustus wurde der Cachingtag dann beendet. Weiteres lag nicht mehr auf den Weg, ausserdem war es mir einfach zu nass kalt. Nur noch ein kurzer Fotostopp am Loch Lochy. Und der obligatorische Halt am Commando Memorial bei Spean Bridge.
Obwohl ich erst im Sommer da gestoppt hatte, gab es wieder Änderungen. Der Garten der Erinnerung war erweitert wurden. Es gab jetzt einen inneren Kreis, da wo die Fotos und kleinen Kreuze standen und dann noch einen äusseren Kreis. Der war neu. Dieser ist zur Ausbringung von Asche gedacht, nein nicht zum Vergraben einer Urne, sondern zum Ausstreuen.

Das Commando Memorial ist aber nicht nur ein Ort des Gedenken, sondern auch ein Viewpoint.
Das Ben Nevis Massiv litt deutlich an Schneemangel, der Ben Nevis war (wie häufig) von Wolken verdeckt. Die untergehende Sonne sorgte für ein tolles Lichtspiel. Auf den Bergen über Loch Lochy wirbelte zur gleichen Zeit ein Schneesturm. Man sah richtig wie der Wind den Schnee auf den Bergen aufwirbelte.

In friedfertiger Stimmung liess ich das Navi den Weg bestimmen. Es wollte Spean Bridge und Fort William auslassen und die kleine SingleTrackRoad nehmen, die beim Parkplatz zur Schleussentreppe (Neptunes Staircases) wieder rauskommt.

Wieso eigentlich nicht? Vermutlich weil es aussenrum zwar länger ist, aber schneller geht? und man nicht so frustiert ist wegen toller Fotomotive die einem entgehen, weil keine Haltemöglichkeit in der Nähe ist? Da ich mich in Inverness mit Dosen eingedeckt hatte und es in Mallaig einen kleinen Supermarkt gab, gab es keinen Grund via Fort William zu fahren. Es war auch noch genug Sprit im Tank, um erst im neuen Jahr tanken zu müssen, wenn ich nach Skye fahre.