Day 13 - Ausser Plan und Spur (02.01.2012)

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Wir waren mehr oder weniger erst spät oben. Die 3 Mädels auf den Zimmer kämpften mit einer Erkältung. Mir beschieden die Halzschmerzen sogar eine fast schlaflose Nacht und die Jungs waren bis früh im Pub bzw. machten dann noch im Essraum weiter.


Einige Gäste im Bunkhouse waren auf die ausserplanmässige Charterfähre gebucht (normalerweise fährt am 2. nichts, aber für morgen ist Sturm angesagt und deswegen sollten z.b. die Schulkinder für die Highschool heute schon nach Mallaig). Montags fährt im Winter zwar eine offizielle Fähre, aber der zweite Januar ist in Schottland noch Feiertag, wenn der erste Januar auf einen Sonntag fällt und an Feiertagen fahren öffentliche Verkehrsmittel nicht.


Aber nicht alle hatten das Glück auf die Fähre zu kommen, wie z.b. Ness, die am Mittwoch wieder auf Arbeit sein muss und deswegen auf ein Boot angewiesen war. Bis ganz plötzlich die Nachricht kam, es gibt noch eine weitere Tour und die grosse Packpanik anfing während ich stimmlos versuchte herauszufinden was da grade los ist und wieso ich von der Bunkbelegungsliste verschwunden war.
Also hatte ich doch keinen Kater, sondern mir eine richtige Erkältung gefangen. Eigentlich kein Wunder nach den letzten Tagen.
Das Bunkhouse ist zum Kurieren nicht wirklich geeignet und als ich dann gefragt wurde ob ich auf das morgige Boot gebucht werden will, sagte ich nach einigem Hin und Her zu. Das bedeutet zwar, das ich einen Tag eher auf Skye sein kann, nur das ich da noch keinen erreichen konnte und ich nur eine Handynummer habe, von der ich nicht weiss ob sie korrekt ist, prüfen geht wegen defekten Notebook nicht.


Plötzlich waren dann Ness und Eggi weg. Ness hatte mir zwar gesagt, das sie heute fährt und in den nächsten 30min am Pier sein muss. Da blieb keine Zeit für ein Tschüss, aber Eggi war auch nicht mehr da und Paula und und und. Ich war plötzlich allein. Will fand ich noch auf der Bunkliste, aber sonst keinen.
Mein Boot sollte am nächsten Tag um 8.30Uhr gehen. Gepäck ist seit der Hinfahrt nur um ein paar Dosen Cider, zwei Büchsen Fertigessen, der Baileys-Flasche und zwei Sektflaschen erleichtert wurden. Ach, Wasser und Milch waren auch nicht mehr da. Aber es war trotzdem noch einiges und so früh wie die Fähre ging, konnte ich mir nen Taxi abschminken.
Das beste wäre heute schon das Gepäck in Piernähe zu schaffen.


Izzy schlug mir dann den Display Room vor. Das ist der Ausstellungsraum der Knoydart Foundation, in Pubnähe und rund um die Uhr zugänglich, ich könne da ruhig meine Sachen lassen. Also waren ein paar Spaziergänge angesagt, alles hinbringen was ich für die Nacht nicht brauchte. Bei der ersten Tour sah ich am Pier, das heute wohl noch so einige Boote ungeplant nach Mallaig aufbrachen.
Der zweite Spaziergang mit Gepäck wurde nach Ablage dessen etwas verlängert, einen Cache wollte ich noch suchen, der mich nochmal auf den Track Richtung Scottas führte. Der Cache war genau da, wo ich einmal im Scherz meinte, das er dort wäre.


Dann war da auch noch das Lastenschiff und unter dem Dach warteten ca. 30 Leute. Dieses Boot fuhr aber nicht nach Mallaig, sondern nach Tarbert wo eine Party stattfinden sollte. Aufgrund der Witterung wäre Ölzeug angebracht gewesen für die Passagiere, da es numal keine Passagierkabine gab. Bis auf die Besatzung trug aber keiner geeignete Kleidung. So durften zumindest Frauen, Kinder und die Musiker sich irgendwie in das Führerhaus quetschen. Weil es soviele Leute waren, die auf das Schiff mussten, fuhr es an die Rampe ran und klappte seine eigene Rampe runter. So konnten die Leute ganz schnell und sicher aufs Schiff. Dies legte dann ab, drehte und fuhr in die nächste Hagel- und Regenfront, die in den Loch Nevis zog und gnädigerweise nicht in meine Richtung so das ich trocken wieder am Bunkhouse ankam.


Den Nachmittag und frühen Abend verbrachte ich dann im Pub. Bei Cola und dem einen oder anderen Spiel Poolbillard. Es war relativ leer im Pub, da die meisten wieder nach Mallaig und nach Hause sind bzw. sie bei der Party in Tarbert waren. Ich blieb noch so lang bis diese Leute wieder zurückkamen und brach dann auf ins Bunkhouse. Morgen gehts früh hoch und dann ist Fahrtag. Zumal sich der Schlafmangel der letzten Tage bemerkbar macht.