Day 17: The Sleat and the rain (06.01.2012)

Der gestrige Wetterbericht für heute sah irgendwie besser aus als der den es dann heute morgen im Frühstücksfernsehen gab. Egal, kleine Cachingrunde auf Sleat musste trotzdem sein.

Die Wanderschuhe von gestern noch gut feucht bedeutete, das das zweite Paar wieder an die Füsse musste. Ein Test wie anfällig die Blasen an den Fersen sind.

Das trübe Wetter zusammen mit dem Wasser auf der Fahrbahn führten zu einer für mich langsamen Fahrweise auf dem SingleTrack nach Elgol und A87. Regentechnisch sah es garnicht so schlimm aus. Hinter Broadford auf die A851 nach Armadale abbiegen und am ersten Cache vorbei. Die tiefhängenden Wolken hielten mich auch vom zweiten ab, wo es hiess einen Hügel hochzustiefeln, zumal ich die Koordinaten für den Parkplatz nicht hatte. Warum auch immer.

Der erste Cache den ich dann wirklich loggen konnte, war an einem Ort wo ich schon mehrmals in der Nähe gehalten hatte um ein Foto zu machen. Davon konnte heute keine Rede sein. Nach ca. 150m war nur eine weisse Wand über dem Wasser.

Der Cache war in der Nähe einer Grabstätte oder Gedenkstätte. Bei trockener Witterung hat man wirklich eine schöne Aussicht, doch leider eben nicht heute.

Auto wenden und nach einer halben Meile auf die SingleTrackRoad Richtung Dunscaith Castle. Diese Strasse landet eindeutig auf Platz 1 meiner Hitliste der herausfordernsten SingleTracks. Mehr als einmal ging es im Blindflug über Kuppen. Ich bin nicht schnell gefahren. Doch selbst knapp schneller als Schritttempo waren einige Kuppen eine Herausforderung.

Aber ich war schneller als der Radfahrer, der mich an einem Passing Place vorbeiliess. Ob ich schneller durch das Kurvengeschlägel komme, hangabwärts? Irgendwie schaffte ich es auf der Strasse zu bleiben und eine Parkmöglichkeit in Ruinennähe zu finden. Denn ein Schloss war da schon lang nicht mehr.

Bis zu einem Farmhaus gab es noch einen Rovertrack zum Laufen, danach wurde es aber eine sehr rutschige, matschige und nasse Angelegenheit. Man erkannte zwar einen Pfad, aber nach den Regen der letzten Tage war das nur noch ein Sumpf. Noch beim Farmhouse kam man via einer Planke über einen kleinen Sumpf in dem sichtbar das Wasser stand. Erste Gelegenheit zum Umkehren. Auf der Planke ausrutschen und nasse Klamotten wären das kleinste Problem. Verletzunggefahr war jedenfalls gegeben. Zumal es auf der anderen Seite sehr matschig war. No Risk, no Fun. Ich ging über die Planke und kam heil und trocken an.

Irgendwie fand ich auch bis zur Ruine ohne ein Boghole zu erwischen. Auf das Lösen der Aufgabe am Schloss verzichtete ich aber. Zumindest aus der Nähe, man sollte beim Hochlaufen von Stufen kleine Fenster zählen. Klingt nicht schwer, ist es auch nicht. Ausser zwischen Treppe und einem selber ist ein tiefes Loch, etwa zwei Meter tief, was man auf zwei schmalen Mauersimsen überqueren könnte. Ich bin vielleicht verrückt, aber doch nicht so verrückt. Selbst bei trockenen Wetter ohne Wind ist das schon ein Kunststück. Aber nicht auf regennassen Steinen bei zunehmenden Wind und schon garnicht, wenn man allein ist.

Also nur einen Blick auf die Wand und dann mit Annäherungsmethode versuchen das eigentliche Versteck zu finden. Das hiess in den Felsen zu klettern, Farn zu Seite schieben, nächster Felsen, Hang hoch, Hang runter und doch nichts finden. Eigentlich gab es nur zwei mögliche Koordinaten, aber bei beiden blieb ich fundlos.

Zurück zum Auto und auf den Weg feststellen, das Nieselregen reicht, um die Wanderhosen durchzuweichen. Die Regenhose lag warm und trocken im Auto.
Mir war wirklich  nicht aufgefallen wie nass ich eigentlich war bis ich mich hinsetze. Heizung voll aufdrehen und wieder Richtung Hauptstrasse. Die SingleTrack hielt aber noch ein paar fahrerische Herausforderungen bereit. Definitiv Platz 1 auf der Hitliste und dann kommt lange Zeit nichts und dann irgendwann Kinlochhourn.

Auf dem Rückweg nur noch eine zweite Dose aufsuchen. Keine 500m Gesamtfussweg, aber dann waren meine Hosen wirklich durch. Dicke Leggings unter der Wanderhose fühlen sich sehr unangenehm an, wenn sie nass sind. Dabei war ich heute in keinen echten Regenguss geraten. Nur sehr dichter Regen mit sehr feinen Tropfen und Wind. Die Regenjacke war im Auto neben mir und roch nach Meer. Ich muss beim Castle also nicht nur Regen abbekommen haben, sondern auch ordentlich Gischt.

Ich überlegte mir noch nach Portree zu fahren um Gummistiefel zu kaufen. Aber dank der nassen Hosen zog ich Glasnakille vor. Portree kann bis morgen warten. Sind ja auch ein paar Caches dort noch auf der Liste und nur mal für Gummistiefel fährt man keine 100 und mehr Kilometer.

Kurz vor Glasnakille, schon auf der dort sehr kurvigen Singletrack (Platz 3) kam mir an der fast ungünstigsten Stelle der Bus entgegen. Zum Glück an einer Stelle wo wir beide uns gut sehen konnten auch wenn uns noch 2 Kurven trennten. Ich bekam dann die Vorfahrt während der Bus dort wartete wo er grade stand. Es war wenig Platz, aber es reichte als der Bus weiterfuhr als wir auf gleicher Höhe waren. Passingplaces sind numal nicht für Busse konzipiert und dieser Passing Place war mitten in der Kurve.

Zurück im Cottage, ich war grade dabei mein Auto zu wenden, damit man besser wieder wegkommt, kam auch Audrey grade an. Sie hatte Jim besucht und auch meine Fotobücher gesehen. Sagte sie. Sie erzählte was von Stromschnellen bzw. Wasserfällen die in den Borders wären. Ich bin mir ganz sicher, das ich solche Bilder nicht habe. Eventuell meint sie Bridge of Orchy, aber eigentlich sind alle Bilder mit Ort gekennzeichnet.

Wie schlecht das Wetter ist konnte ich dann durch das grosse Fenster sehen. Normalerweise sieht man Loch Slapin, Loch Eishort und einiges an Bergen. Nur jetzt nicht. Bestensfalls kann man eine Wasserfläche sehen, was Loch Slapin ist. Aber man sieht nicht das andere Ufer, geschweige denn das noch ein weiterer Loch abgeht. Und noch ist es hell.

Erst durch den schottischen Winter, weiss ich die Auslegware überall in der Wohnung zu schätzen. Es ist sonst einfach zu kalt. Man bekommt die Bude überhaupt nicht warm. Auch wenn man heizt. Solang man nicht fett einheizt, ist man am Frieren sobald man weniger als ein Paar dicke Socken, eine weiche Hose und einen wolligen Pullover trägt. Ist man dann noch tagsüber gut nass geworden, dürfen es zwei Paar Socken, ein Fliess und ein heisser Tee sein bis man sowas wie Wärme empfindet.