Day 02: Auf nach Torridon (22.12.2011)

Nachdem das Gepäck umsortiert und die Schichtung optimiert wurde, nachdem ich einiges losgeworden bin hiess es auf zur Mammutetappe. Unter idealen Bedingungen um die 210 Meilen in 6 Stunden Fahrt

Nach 40 Kilometern der erste Schreck: Wo ist das Handy? Liegt das etwa noch auf dem Bett? Nein, es lag da wo ich es hingetan hatte. In der Waschtasche!?

Nicht lang und Inveraray kam in Sicht, allerdings am anderen Ufer. Vorher hiess es noch den Loch Fyne nördlich zu umrunden und Navi verwirren. Das wollte via Rest and Be Thankful sowie Glen Coe nach Fort William, während ich via Connel Bridge dorthin wollte. Zum Glück. Denn kurz hinter Inveraray leuchtete die Ölstandsanzeige. Was zur Hölle? Der Ölwechsel ist grade mal 4000km her. Ölstand gecheckt und er war wirklich viel zu gering. Also bis nach Oban und da schön in den Einkaufsverkehr rein. Tesco-Tankstelle war bekannt. Da gleich Diesel nachfüllen, aber leider nicht das Öl. Dazu war ein Spaziergang in die Stadt fällig. Auf dem Parkplatz parkte drei Autos neben meinem grade ein anderes mit deutschen Kennzeichen ein. Frau stellt sich dumm und fragt da mal ganz frech wo man jetzt eigentlich Öl nachfüllt, weil noch nie selber gemacht. Ein ganzer Liter verschwand durch die Öffnung und was zeigte der Ölmessstab: da kann noch was und zwar einiges. Also nochmal zum Laden und gleich 4Liter besorgt. Das schlägt ordentlich in die Urlaubskasse.

Dann gleich noch etwas mehr und für das eigene Wohl sorgen. Nochmal Mikrowellenreis, dann den Tee, den ich in Glasgow vergessen hatte und Müsliriegel. An der Kasse liess man mich vor, da ein Rieseneinkaufswagen aufs Band geleert wurde und das dauert. Überhaupt war Hamsterkaufstimmung angesagt. Dabei war es bis Weihnachten noch ein paar Tage und die Läden haben dann auch nur einen Tag zu.

In mehr oder wenigen strömenden Regen weiter nach Fort William und da im LIDL H-Milch besorgen und im Morrison Mikrowellengerichte, die im Kühlschrank gelagert werden. Auch in diesem Supermarkt wurde eingekauft als ob die Läden morgen für eine Woche schliessen.

Weiter gings im Dunkeln. In UK gibt es keine Leitpfosten alle 50m. Wenn dann gibt es Leitpfosten nur in Kurven. Linke Seite rot markiert und rechts weiss. Dafür hat man Reflektoren in der Strassenmitte, aber auch nur vielleicht. Diese komischen Hubbel wo man beim Spurwechsel oder Überholen rüberfährt. Es ist trotzdem ein ganz anderes Fahren als man es gewohnt ist. Was für mich aber nicht hiess, Tempo rauszunehmen. Es ging mit bis zu den erlaubten 60mph (knapp 100km/h) über die Landstrasse.

Der Regen wurde immer stärker und kam in Böen daher. Umso schwerer traf mich das Schild als ich nur noch 40Meilen, als eine knappe Stunde Fahrzeit, vor Torridon von der A87 auf die A890 einbiegen wollte. Die Strasse war gesperrt, weil es wieder einen Erdrutsch gab. Diese Information traf mich zum dümmesten Zeitpunkt. Das hat man davon wenn man "TP" nicht im Radio eingeschaltet hat, ob es was geholfen hätte wäre ne andere Sache, aber vielleicht ja doch. Jedenfalls bin ich erstmal die wenigen Meilen bis Balmacara weiter, wo mir bestätigt wurde, das es keine andere Möglichkeit gab (z.B. bis Kyle of Localsh und via Plockton über diverse Nebenstrassen am Erdrutsch vorbei) als den ganzen Weg bis zum Loch Ness zurück und dann über die nördliche Route nach Torridon. Das hiess nochmal 100Meilen, noch knapp 2 Stunden Fahrt.

Ich mag ja Autofahren, ich habe kein Problem mit schlechten Wetter oder Nachtfahrten oder beides kombiniert. Aber doch nicht, wenn man schon 6 Stunden unterwegs ist und das Auto 2 Liter Öl nachgeschoben bekommen hat. Es half alles nichts. Umkehren. Bis Invermoriston fand ich so, dann übernahm das Navi. Diesmal war es hilfreich. Ich wäre bis Inverness rein, durch Inverness durch, Richtung Ullapool und erst dann wieder Richtung Süden. Stattdessen ging es bei Urquhardt Castle links weg nach Beauly und durch unbekannte Gestade nach Kinlochewe und nochmal 10 Meilen Single Track Road nach Torridon. Die Sicht zur Seite war Null aufgrund des Regens, aber wenigsten keine Glatteis- oder Schneeglättegefahr bei 11Grad Celsius. Ich hatte keinen blassen Schimmer wo ich bin. Erst den Campingplatz in Torridon erkannte ich wieder. Noch die scharfe Kurve zum Hostel hoch, das Nötigstes aus dem Auto und ab zur Rezeption.

Für die nächsten 2 Nächte war ich Gast Nummer zwei. Ausser mir war noch Bert, ein älterer Hillwalker da und Mat, der Hostel Manager. Somit hatte ich freie Bettenwahl im 5 Bettzimmer und entschied mich für das einzel stehende Bett.

Dann ab in die Küche und ein Mikrowellengericht fertig machen und anschliessend mit dem Essen zu den beiden anderen in die Lounge gesellen. Der Abend klang dann bei einer Dose Magner aus. Cider was wie Limo schmeckt, aber 4,5% Alkohol hat und die beiden Herren tranken Lager während wir gemütlich vor dem Panoramafenster sassen und draussen nichts sahen, da wir das Licht an hatten.

Wetterbericht für morgen schaut nur etwas trockener aus und kälter. Aber ein erster Fitness- und Kleidertest bei kleiner Geocachingtour sollte drin sein.