12. Juni - Canna

Der starke Wind bläst die ganze Nacht durch und hält bis zum Morgen an. Aber Sturm ist es keiner geworden.

Der gestrige Tag war trotz mehrerer Gänge zwischen Zeltplatz und Fähranleger sowie der Wanderung nach Sanday ein echter Erholungstag. Und so hält mich schon sehr früh nichts mehr im kuschligwarmen Schlafsack (bei dem Wind passte das wieder mit der Temperatur) und um halb 6 lauf ich los zum Dùn Mòr auf Sanday. Laut einer Information, die ich auf einem Zettel im Communityshop gefunden habe, soll man da Puffins beobachten können. Klar, kann man das. Ich war ja schonmal da. Allerdings von der Wasserseite aus, diesmal gehts aber über den Landweg zu den Klippen.

Den Weg wie gestern bis Sanday, über die Brücke, die Gezeitenstrasse entlang der Bucht. Aber diesmal das Tor vor der Kirche nehmen und da über eine Weide. Querfeldein ohne einen offensichtlichen Weg, Orientierung nur nach GPS und der dort gespeicherten Karte, gehts Richtung Südende von Sanday.

Irgendwann komm ich an so etwas wie ein Moor. Normalerweise wäre ich beim ersten Betreten wohl schon bis zu den Knien im Modder versunken, aber aufgrund der Trockenheit, ist der Boden nur sehr weich und ich mich am Rand entlangtasten. Immerhin trug ich die Halbschuhe und auch die Gaiters waren im Zelt geblieben. Ich wollte ja nur einen kleinen Morgenspaziergang machen. Es quietschte unter meinen Füssen, ab und an gluckerte es, der Boden federte, aber mit nur einen eher kleinen Bogen war ich um das Moor rum und wieder auf fester Weide.

Kurz bevor ich durch ein Tor ging, bin ich dann noch fast auf einen Igel getreten. Im ersten Moment hatte ich erst an einen Kuhfladen gedacht, bis ich genauer hinsah. Hoffentlich ist der kleine nicht krank. Und wie kommen eigentlich Igel hier auf die Insel? Ausgesetzt?



Auf der Weide find ich dann eine Fahrspur. Irgendwie muss ja auch der dortige Trog gefüllt werden und das Material für den Zaun hinkommen. Die Crofter machen das bestimmt nicht zu Fuss. Die Stelle markierte ich mir und schaltete jetzt das Tracking auf dem GPS ein.

Weiter Richtung Dùn Mòr. Ich war an der schmalsten Stelle von Sanday. Um von da zu den Klippen zu kommen musste ich noch an einem kleinen Gewässer vorbei. Zumindest in der Karte war eines eingetragen. Jetzt war es eher ein Sumpf in dem Dahlien und Schilf wuchsen. Eine Wasseroberfläche war nicht zu erkennen.

Noch ein paar Höhenmeter an einem Zaun entlang, der neugiere Schafe mehr oder weniger erfolgreich von den Klippen fernhalten soll und ich war oben. Noch nicht bei Dun Mor, aber am Beginn der Vogelkolonie.
Wenn ich die Karte auf die Erinnerung von der letztjährigen Bootstour übertrug, musste unter mir die Höhle sein, in die wir wenige Meter mit dem RIB reingefahren sind. Wenn ich nach unten schauen will bzw. die Vogelnester sehen will, muss ich noch ein Stück zur Seite.

Da gibt es eine kleine Kante in der Erde. Perfekt zum Sitzen. Seit für ein Frühstück in Form eines Müsliriegels und dann die Vögel beobachten. Wahnsinn wie die sich auf winzige Felsvorsprünge quetschen und da auch ihre Nester haben.

Ich trau mich aber nicht soweit über die Kante zu luken, um zu schauen ob da wirklich die Höhle ist oder nicht. Wenn ich einen langen Hals mache, kann ich aber eine Höhle links von mir erkennen.

Ich bin aber wegen der Puffins hergekommen, also lauf ich weiter bis ich auf Höhe des Einzelfelsen bin. Das ist Dùn Mòr. Und oben drauf, quasi auf meiner Höhe sitzen: Puffins - Papageientaucher. Nur ein paar, doch dann seh ich eine grössere Gruppe die angeflogen kommt, und zur Landung ansetzt, aber stattdessen nur die meisten Artgenossen, die bis jetzt auf dem Felsen sassen abholten.

Leider hab ich keinen Feldstecher dabei und auch kein Teleobjektiv. Aber egal, ich bin zu Fuss in die Nähe von Puffins gekommen.


Langsam wird es ziemlich frisch im Wind und es ist ein Morgenspaziergang. Doch statt gleich zurück geh ich noch zum Leuchtturm. Es verspricht ein toller Tag zu werden. Die Bewölkung lockert langsam auf und ich kann die Berge von Knoydart am Horizont sehen.

An der Nordseite geht es nun zurück. Ich will wissen wie gut man den Felsen mit den Seehunden und Robben vom Land aus sehen kann. Kurz davor werd ich jedoch von einem Arctic Skua (Schmarotzerraubmöwe) angegriffen. Vermutlich bin ich ihrem Nest zu nahe gekommen, was im hohen Gras gut getarnt ist. Gleich dreimal muss ich in Deckung gehen und den Kopf einziehen. Beim ersten Mal kommt der Angriff noch ganz überraschend und es war mehr ein Reflex als ich den Schatten wahrnehme. Danach behalte ich beim Laufen die Vögel über mir im Auge und bekomm die nächsten beiden Angriffe mit.

Die Seehunden und Robben kann ich erkennen, aber nur das Tier deutlich welches nah der Klippen aus dem Wasser schaut.

Wer kommt eigentlich auf die Idee, in Getreideriegel Ingwer reinzumachen? Das Zeug schmeckt eklig. Meine Lieblingsgeschmacksrichtung bleibt definitiv: Oats&Honey.

Kurz bevor ich von Sanday runterlaufe kommt endlich die Sonne hervor, leider steht sie zu ungünstig um ein künstlerisch wertvolles Foto an dem Schrein mit den farbigen Glasfenster zu machen.

Auf dem Rückweg schlag ich noch einen kleinen Haken und biege zum Rundgang des Celtic Cross und Punishment Stones. Der Weg führt durch einen kleinen Wald, vorbei an einem Grabstein oder ist es nur ein Gedenkstein? Jedenfalls ein sehr friedlicher Ort.
Dem Kreuz und den Pfahl kann ich nicht viel abgewinnen, den alten Friedhof an dem man auf dem Rundgang vorbeikommt, finde ich viel interessanter.

Es ist gegen 9Uhr als ich wieder an der Pier bin. Über 3 Stunden dauerte der Morgenspaziergang und 8 Meilen, fast 13km hab ich zurückgelegt. Als ich von der Pier Richtung Zelt laufen will, hält mich Aart, der Koch vom Gille Brighde auf. Ich habe wohl mein Basecap im Community Car liegen lassen, es ist jetzt im Tearoom. Anfangs versteh ich Aart nicht. Ich muss mich erst darauf einstellen das er stottert, aber dann klappt es. Aart nimmt mich das kurze Stück zum Restaurant (was noch geschlossen hat, weil es auch noch nicht Zeit für den Tearoom ist) im Auto mit und gibt mir meine Mütze. Da fällt mir auf: "Wo ist eigentlich mein Kopfband?". Mir ist so als hätt ich es auf der Fähre getragen. Aber wo ist es dann hin? Andererseits: Basecap und Kopfband kann ich nicht gleichzeitig getragen haben.

Mit Basecap auf dem Kopf bezieh ich meinen Aussichtspunkt beim Zelt. Von dort kann ich die Hafenausfahrt beobachen, genauso aber auch die Möwen und Austernfischer am Strand. Ich lausche den Wellen und dem Wind. Aber letztendlich warte ich auf den AquaXplorer, um die Rückfahrt zu regeln.

Nach einer ziemlichen Weile steh ich auf, um mir die Beine zu vertreten. Dabei fallen mir Taschentuchpackungen aus der Jacke. So muss ich runter zum Strand, um sie wieder einzusammeln. In dem Moment seh ich wie ein oranges Motorboot aus dem Hafen kommt, und bei den Seehundfelsen hält. Äh, wie geht das dann? Wann ist es denn in den Hafen gefahren? Es ist ja nicht zu überhören oder zu übersehen. Und ich sass länger als eine Stunde auf meinem Posten. Muss wohl in Trance gefallen sein.

Ok, also dann zum Tearoom und dort telefonieren. Die Telefonzelle beim Post Office dürfte ausser Betrieb sein. Zumal ich den Zettel nicht mehr finde, wo ich die Nummer von Bella Jane Boat Trips notiert hatte.

Die Frau im Restaurant kennt die Nummer nicht, aber sie sagt das Aart sie hat, nur der ist grade selber am telefonieren. Als er fertig ist, sucht er die Nummer raus und reicht mir das Telefon. Und das wo ich es so liebe auf englisch zu telefonieren. Und dann geht auch noch Robbie ran. Ausgerechnet die Person, wo ich schon Schwierigkeiten habe sie zu verstehen, wenn wir uns gegenüberstehen. Die Aussage, das für heute Nachmittag alles ausgebucht ist, versteh ich dann allerdings. Als ich dann für den nächsten Tag frage, bring ich Robbie aber vollends aus dem Konzept. Der war schon ein wenig perplex das ich mich am Dienstag von Canna melde, obwohl ich für Samstag vorgemerkt bin (ich hoff mal, das ich für eine Fahrt am Samstag eingetragen war). Im Büro muss noch jemand mitbekommen haben, das Verwirrtheit herrschte, denn das Telefon wurde weitergereicht.

Jetzt hatte ich den Chef, David, an der Strippe. Ok, den bekomm ich auch noch verwirrt. War doch sein Stand, das ich erst Samstag zurück will. Na das war wohl nichts mit Buschfunk via Gavin. Allerdings hatte ich bei meiner Abfahrt mit David ausgemacht, das ich mich melde, wenn ich weg will bzw. das sie sich im Restaurant werden, falls im Falle von Tourausfall ich zum Notfallplan Calmac-Fähre greifen muss.
Von David bekomm ich zu hören das vielleicht ("maybe, just maybe") die Möglichkeit besteht, das ich als Crew mitgenommen werden kann. Da ich auf 5 Kleiderschichten komm mit T-Shirt, Fleece, Fleecejacke, Windbreaker und Regenjacke und noch eine Regenhose habe, brauch ich ja nur eine Schwimmweste. Ich soll dann um 15Uhr am Pier sein und schauenl. Entweder ich kann mit zurück oder nicht. Weil eventuell ist schon jemand anders als Crew mit an Bord.

Also wieder hoch zum Zelt und zusammenpacken. Dafür muss auch der Campingkocher auseinandergeschraubt werden. Ich habe dann zwei Teile in der Hand, aber das sind die falschen. Irgendwas passt nicht, zumal sich die Topfträger nicht mehr klappen lassen. Damit wird nichts aus platzsparenden Einpacken, es muss anders gehen.

Schon gegen 13Uhr bin ich wieder am Pier und mach es mir auf den Felsen in der Sonne bequem mache. Dort sitzt an der Wasserlinie ein Vogel, nur drei Meter von mir weg. Diese Vögel hab ich schon mehrfach aus der Entfernung gesehen, aber welcher Name gehört dazu?

Ich dös in der Sonne vor mich hin als zwei RIBs um die Ecke kommen, in den Hafen einfahren und am Pier anlegen, aber nicht an der Rampe.

Die Boote gehören nach Knoydart. Es sind die Lophelia und der Big Dipper. Eines der Boote hätte uns zu Hogmanay nach Sourlies bringen sollen. Nur das wir den Trip aufgrund des sehr schlechten Wetters gecancelt haben.
An Bord der beiden Boote ist eine Gruppe Jugendlicher bzw. junger Menschen, die zum Teil in Piratenkostüme gekleidet waren. Einige machen Picknick im Hafen, andere laufen gleich zum Tearoom.

Ich nimm mir die Zeit und untersuch meinen Kocher im hellen Sonnenlicht. Das normale Schraubgewinde lässt sich nicht schrauben. Ich habe zwar ein Gewinde in der Hand, aber das ist das falsche. Es fässt aber nicht mehr in das andere Gewinde, es dreht durch.
Bei den Topfträger seh ich, das ein Träger festklemmt, weil Kunststoff geschmolzen. Ein kleines Stück Plastik was normalerweise ein Zuweitklappen verhindern soll ist abgebrochen. Da ich den einen Träger aber eh nicht bewegen kann spielt das keine Rolle.
Ich nimm die anderen Träger genauer in Augenschein. Der mittlere Träger ist fixiert, weil sich die Verschraubung nicht mehr lösen lässt, nur der dritte Träger ein lässt sich noch ein wenig bewegen.

Ich nutz den Kocher trotzdem um mir mein Mittagessen zuzubereiten. Geh aber dazu in den Warteraum wo es windstill ist. Der Topf steht ein wenig wacklig, trotz stabiler Unterlage. Damit fällt aus im Zelt zu kochen, dann da ist der Untergrund normalerweise nicht so fest und plan und es ist mir zu riskant mit einem leicht losen Topfträger zu hantieren.

In der Zwischenzeit sind auch die Erwachsenen Richtung Tearoom gelaufen und nur noch 5 Jugendliche sind mit mir am Pier. Einer davon trägt einen Taucheranzug, ein anderer plötzlich nur noch Badehose. Der Wasserstand wird inspiziert. Die wollen tatsächlich reinspringen? Nach meinem Bad im Loch na Cuilce weiss ich wie erfrischend das ist. Na wenn sie meinen. Aber von der Pier springen? Es ist grade Ebbe, eine sehr niedrige zudem. Zum Glück ist das Wasser klar, so das man wenigstens die Stellen sieht wo man partout nicht reinspringen sollten, wenn man noch heil wieder raus will.

Nach einigem Zögern nimmt der erste Anlauf und "Platsch". Der Junge im Taucheranzug folgt nach. Auf kürzestem Weg schwimmen sie zur Rampe, verlassen das Wasser und stehen fröstelnd in der Sonne. Noch ein zweites Mal wagen sie den Sprung. Dann reicht es ihnen.



Kurz darauf kommen zwei weitere RIBs um die Ecke, diesmal im bekannten Orange und bekannte Boote, beide AquaXplorer sind da. Die Patricia Anne mit Gavin am Steuer bleibt allerdings dem Pier fern, während Alex mit der Rachel Charlotte anlegt.

Alex eröffnet mir, das heute nichts aus einer Rückfahrt wird. Aktuell ist zwar Platz im Boot, aber er muss Leute wieder von Rum abholen, dann ist das Boot voll und Gavin ist auf privater Chartertour. Das grosse Boot hat grade mal zwei Leute an Bord. Das ist wirklich privat.

Ok, dann also morgen. Schreibt mich bitte auf die Liste. Alex geht mit seinen Passagieren ebenfalls zum Tearoom. Aber erst nachdem noch ein Schlauchboot was von den Segelbooten rüberkommt festmacht, aufgrund der Gezeiten wollte dessen Skipper, einen Ring verwenden den das RIB versperrt. Alex sagt zu, das er das Boot umbinden wird, wenn er die Pier verlässt.

Ich mach weiter Siesta auf der Pier und geniess die Sonne. Zelt kann man später immer noch aufbauen und anschliessend wohl doch nach Tarbert tappern und die Souterrains (be)suchen. Ist eine 5-6Stunden Wanderung laut der Infotafel am Pier.

Als die Rachel Charlotte ablegt, darf ich dann das Schlauchboot umbinden. Na hoffentlich hab ich das auch richtig gemacht, so das das Boot noch da ist, wenn am Abend die Besitzer wiederkommen.

Bevor es ans andere Ende von Canna geht, erstmal wieder hoch zum Zeltplatz und Zelt aufbauen. Das klappt mittlerweile richtig gut, da hängt auch nichts mehr durch. Derweil ist in "meiner" Bucht ein Paar in Schwimmsachen unterwegs, aber wohl eher zum Sonnen. Zum Baden ist das Wasser zu frisch, zumal der Strand auch nur sehr flach abfällt und man ein Stück laufen muss bis man schwimmen kann.

Zelt steht, es ist früher Nachmittag, Zeit für die zweite Wanderung des Tages. Ich bin schon fast aus dem Ort raus, da fällt mir auf, das ich die Wasserflasche am Zelt gelassen habe. Wird sich unterwegs schon was finden, vielleicht. Die Sonne scheint, Sonnencreme ist dick aufgetragen (auch an den Ohren!!), es weht ein schwacher warmer Wind. Das Wetter ist einfach phantastisch und erst das Meer was plan daliegt, in der Ferne seh ich ein grössere Schiff, vielleicht die Fähre von Barra nach Oban, der weisse Sandstrand auf Sanday und das türkisfarbene Wasser, wenn ich mal das Ufer sehe, Rum sieht toll aus.

Es ist wirklich trocken auf Canna, der Weg ist staubig und der in der Karte eingezeichnete Wasserfall ist nur ein kleines Rinnsal, auch der zweite Wasserlauf ist kaum als solcher zu erkennen. Als ich die Kreuzung zum Souterrain erreiche, folge ich dem Wasserlauf statt die Souterrains zu suchen. Vielleich find ich ja die Quelle, aber der kleine Wasserlauf ist von überhängende Gras verdeckt, steht an vielen Stellen und bietet kein sauberes Wasser.

Als ich mit von ihm abwende muss ich ein Stück Wiese queren, das zu normalen Zeiten wohl mehr ein Sumpf ist, teilweise kann man noch tiefe Hufabdrücke erkennen. Aber jetzt sinke ich nichtmal bis über die Sohle ein bzw. ist es einfach den nasseren Stellen aus dem Weg zu gehen.

Ich geh über einen kleinen Höhenzug und komme quasi an der Nordküste von Canna raus. Hier ist es nicht so ruhig wie auf der Südseite, der Wind pfeift und die See ist ordentlich aufgewühlt, überall sieht man die Gischt auf den Wellenkämmen. Aber der Blick ist toll. Die Black Cuillins sind einfach lovely, ich kann Glen Brittle und Soay super erkennen, ich kann den weitern Küstenverlauf von Minginish und Duirinish auf Skye erkennen. Und auch die Äusseren Hebriden sind sichtbar.



Aber der Wind. Lieber wieder zurück zur Südseite. So lauf ich zum "Sheep Dip" und von da wieder Richtung Süden wo ich an einer eingemauerten Weide an. Da gibt es auch einen Schafstritt, allerdings wurde bei der letzten Arbeit an der Mauer Stacheldreht gezogen, auch über den Schafstritt. Mit etwas Mut und Balance rüber. Abrutschen könnte schmerzhaft werden, zumal das Holz auch ein wenig morsch zu sein scheint.

Über die Weide und ich bin fast in Tarbert. Da lauf ich allerdings nicht, zumal es nicht als Ort erkennbar ist, sondern den Rovertrack hoch Richtung Dorf wo ich wieder an der Kreuzung zum Souterrain ankomme.Nochmal versuch ich die zu finden, aber da ich nicht wirklich weiss was ich eigentlich suche und wo genau, gib ich es auf. Ausserdem klebt mir die Zunge langsam am Gaumen, weil ich kein Wasser gefunden habe.

So wird der Tearoom, bzw. abends ist es ja Restaurant angesteuert. Da kann man vielleicht auch den Hunger stillen ohne den Campingkocher anzuschmeissen. Da ich aber keine Meeresfrüchte esse und mir die Zusammenstellung der Fleischgerichte (was bedeutet Wildkaninchen) nicht zusagt, frag ich ob es möglich ist einfach nur Kartoffeln (oder Nudeln oder Reis) und Gemüse zu bekommen. Sowas ähnliches hatte ich Aart schon gefragt, als er mir das Basecap gebracht hatte. Da war noch von einem Currygericht die Rede. Aber erstmal klären ob ich überhaupt Platz nehmen darf, ich habe nicht reserviert und im Hafen liegen einige Segelschiffe wo die Crew gebucht hat. Ich erwisch aber eine Lücke in den Reservierungen und darf bleiben.

So kann in der Küche wird nachgefragt werden, ob der Wunsch "Just potatoes and vegetables" machbar ist. Ist es. Während ich auf das Essen warte, merk ich erst wie kalt es im Schatten bzw. im Haus ist, nachdem ich bin stundenlang in der Sonne gelaufen bin. Ich bekomm Pellkartoffeln mit einer wunderbar zarten Schale, die man ohne Probleme mitessen kann, dazu gedünstetes Gemüse und etwas Butter. Ganz einfach, aber sowas von LECKER.

Ein Blick auf das GPS ergibt, das die Wanderung "nur" 10km lang war, was aber eine Tagesleistung von 23km macht plus die diversen Male wo ich zwischen Tearoom/Pier und Zelt hin und her bin. Die Füsse haben somit Berechtigung weh zu tun, aber die Blasen zicken wenigstens nicht.

Als ich abends nochmal zur Pier laufe (da ist numal die Toilette), sitzt der Vogel vom Vormittag (dank Alex weiss ich, das es ein Guillemot ist) mittlerweile am unteren Ende der Rampe. Seltsam. Der Wind hatte ordentlich zugenommen und 15 Segelboote und ein Fischerboot haben den geschützten Ankerplatz im Hafen aufgesucht.

Um 21Uhr ist Schlafenszeit während der Wind mittlerweile ums Zelt tobt.