21. Juni - Der Tag mit der Bella Jane

Christine und Jim haben heute im Rowan Berry übernachtet. So geh ich wie gestern abgesprochen nach dem Aufstehen rüber, klopf kurz an die Tür und hol dann Sox ab, die gleich schwanzwedelnd ankam.

Da ich den Weg gestern sehr ansprechend fand lauf ich mit Sox Richtung Kilmarie. Damit sie was zu schnüffeln hat und ich etwas mehr zu schauen folgen wir zweimal Traktorspuren links den Hügel hoch. Die enden aber schon nach wenigen Metern an Futterplätzen für das Vieh.

Der kleine Weg, der kurz vor dem zweiten Gatter abgeht und nach unten führt ist dagegen länger. Er geht bis runter zum Wasser zu einem felsigen Strand. Es ist Flut und der Abschnitt sehr klein. Sox schnüffelt überall rum und geht sogar ins Wasser. Die Aussicht ist begrenzt, die Möglichkeiten für Sox auch also wieder bergan zurück zum grossen Weg. Erst auf dem Rückweg nimm ich die kleine Ruine für voll, die am Wegesrand steht. Es ist die Umrandung für ein Grab. Es ist aber zu sehr zugewuchert und verwittert um etwas genauer zu erkennen, zumal ein kleines rostiges Tor den Weg versperrt.

Wieder oben am Weg überlass ich Sox die Richtung, sie will weiter nach Drinan. Na gut. Bis zum Holidaycottage können wir noch laufen. Die Zeit haben wir, da wird dann aber umgedreht. Durch die Abstecher und Sox Rumschnüffelei waren wir eine Stunde unterwegs.

Mein Porridge ist fertig und weil es erst um 8Uhr ist, darf ich mich an den Fensterplatz setzen und meine Schale da auslöffeln, während ich die Vögel an der Futterstelle beobachte, die vor den Fenster positioniert ist.

Da spür ich plötzlich was auf meinen Arm krabbeln. AH, eine grosse Zecke, wo kommt die denn her? Erstmal zerdrücken, dann aber Porridge Porridge sein lassen. Aus dem Auto eine zweite Hose und T-Shirt sowie das First Aid Kit holen und dann auf dem Zimmer genauer nach den Biestern suchen. Die Kontrollblicke während des Gassigehens waren wohl nicht genug. Die Jeans vom morgen, Shirt und Socken werden erstmal in der Badewanne deponiert, die such ich später ab. Eine kleine Zecke muss ich aus der Kniekehle entfernen. Wäre mir die Verwandtschaft nicht über den Arm gekrabbelt, hätt ich die wohl erst am Abend gefunden.

Das Wetter schaut ein wenig nach Regen aus. Ich habe keine Lust auf Wanderung, so beschliess ich auch ein wenig Boot zu fahren. Die Brandts bieten mir an, das ich bei ihnen mit im Auto fahren könnte. Oh, das ist Klasse. Während die Brandts noch frühstücken bzw. versuchen einen Tisch in einem Restaurant für den Abend zu reservieren pack ich einige von den Muffins zusammen in eine Tüte, noch Gummibärchen und Süssigkeiten, die nicht gebraucht wurden. Ich weiss wo ich dankbare Abnehmer finde. Damit ich es nicht vergesse, stell ich es schonmal in die Veranda.

Dann geht alles ganz schnell, es plötzlich Abfahrt. Rucksack geschnappt raus zum Auto und schon düsen wir nach Elgol. Da Brandts noch nicht wissen, wie lang sie am Loch bleiben wollen, soll ich mal fragen, ob man das später entscheiden kann, mit welchem Boot man zurückkommt.
Wie ich vom Auto Richtung Container laufe, fällt mir auf, das ich die Tüte vergessen habe. Ich fahr also nicht mit dem ersten Boot rüber. Stattdessen frag ich erstmal wem eigentlich der schwarze PickUp gehört, der da grade parkt und der mir gestern das diverse Male über den Weg gefahren ist. Es ist Collin, er ist der Mann von Hermine, der der Elgol Shop gehört.

Somit hab ich einen Namen und weiss wen ich da frage, immerhin weiss er ja dank Dorffunk, wer ich bin. Collin ist grad mit einem zweiten Mann dabei, den Motor von einem Fischerboot zu tauschen. Könnte sogar Kenny sein Boot sein, zumindest kommt der auch ab und an vorbeischauen, wie weit die Arbeiten gediegen sind. Ich verabrede mit Collin, das er mich mit nach Glasnakille, wenn er wieder hinfährt, weil er noch was holen muss. Ich muss nämlich noch was holen.

Bis dahin dauert es noch, so geh ich weiter zur Bella Jane wo die Brandts schon an Bord sind und frage sie ob sie was bezüglich der Tischreservierung für den Abend erreicht haben. Sind sie nicht und ich zähl ihnen die Möglichkeiten auf, die Broadford bietet bzw. was in der Umgebung so ist. Im Gegenzug werd ich gefragt ob ich dann abends mitkommen möchte. Wie wir uns da so unterhalten fällt mir auf, das meine Kamera ja auch noch in Glasnakille ist. Sie war morgens in der Jacke auf der Gassirunde und die Jacke liegt ja in der Badewanne.

Gavin ist heute Skipper auf der Bella Jane und beginnt mit der Sicherheitsunterweisung und macht dabei wie üblich auch ein paar Witze. Eine Passagierin weiss nicht ob sie das lustig finden soll. Zumindest spricht sie Gavin darauf an, ob das sein muss, also die Witze, nicht die Sicherheitsunterweisung. Als ich am Steuerhaus vorbeikomme, in dem Alex auf der Bank sitzt, ruft er mich und reicht mir noch ein Klemmbrett, ob ich das denn bitte zum Office bringen kann. Klar, bin ja eh auf dem Weg dahin. Da sind Stühle wo man bequem warten kann, das Collin das Taxi machen kann.

Da die Kamera auch abgängig ist, beschliess ich im Laufen nicht auf Collin zu warten, sondern gleich loszumaschieren. Super Timing, kurz hinter Elgol Shop bekomm ich einen Lift, der mich bis zur Haustür von Rowan Cottage bringt. Christine ist immer noch da, aber schon am Packen. Sie fährt heute mit dem letzten Bus nach Glasgow und von da weiter mit dem Zug nach Falkirk wo ihr eigentliches Zuhause ist.

Ich hol die Kamera, nimm die Tüte von der Veranda und lauf wieder Richtung Elgol. An der Kreuzung fällt mir auf, das ich das Fleece ausgezogen hatte und es jetzt im Bad liegt. Egal, es schaut zwar nicht so aus, aber es ist warm. Auch wenn ich nicht bis Elgol laufe, ich bekomm nämlich wieder einen Lift. Wahnsinn was auf der Strasse zwischen Elgol und Glasnakille so abgehen kann.

Es wird nicht nur an den ausgeteilten Muffins gelegen haben, das ich bei der Bezahlung für den Mini-Return-Trip von David einen Sonderpreis bekomme. Auf Laufen hab ich keine Lust, aber Boot fahren macht Spass.
Alex nicht mehr da ist, der ist mit dem grossen RIB nach Mallaig um dort Leute vom Dampflokzug ("The Jacobite" oder besser bekannt als Hogwarts-Express) abzuholen und nach Eigg zu bringen. Luc ist mit dem kleinen RIB auf Canna Tour. Das Wetter sieht für beide Touren nicht toll aus, wenn man die Wolken betrachtet, die über den Small Isles hängen bzw. sich diesen nähern.

Am anderen Ende von Loch Scavaigh kann man ein grösseres Schiff erkennen, diesmal ist es kein Forschungsschiff, sondern ein Kreuzfahrer, die "Hebridean Princess". (http://www.hebridean.co.uk/our-ship.html) Ein sehr exklusiver kleines Kreuzfahrtschiff, was das ein oder andere Mal für die Ferien der Queen gechartert wird.



Als die Bella Jane von ihrer erste Tour zurück kommt, ist die Ebbe schon ziemlich tief. Das Heck ist nicht mehr komplett längsseits vom Anleger. Wo stellt man jetzt am besten den Tritt hin, der genutzt wird um über die Reling zu steigen. Dort wo Jane hin hinstellen wird, ist eine Auslassung für einen Ring, so das der Tritt kippelt und etwas daneben ist es sehr rutschig. Ich schlag vor, den vorderen Eingang zu nehmen. Da ist es zwar enger, aber man braucht nur den Tritt, der eh im Boot ist, weil man beim Einsteigen direkt auf den Bordrand tritt.
Gavin probiert auch noch rum, wie der Tritt beim "normalen" Einstieg am besten hinzustellen ist und letztlich wird entschieden den Vordereingang zu nehmen, weil sicherer.

Kurz nach Abfahrt setz ich mich zu Gavin ins Steuerhaus und stell ihm den versprochenen Muffin hin und die Tüte Gummibärchen. Draussen wäre es mir ohne was langärmliges doch zu frisch geworden. Die Wellen tragen auch ein paar Schaumkronen, aber an Bord merkt man kaum was von Seegang.

Gavin gibt mir das Fernglas damit ich das Tenderboot der "Hebridean Princess" sehen kann. Der Kreuzfahrer kann nicht in den Loch na Cuilce, so müssen die Passagiere mit kleineren Booten zum Anleger gebracht werden. Ich hatte schonmal einen Kreuzfahrer gesehen, allerdings in der Bucht vor Kinloch (Rum) und da musste die Passagiere auf der Wulst von Schlauchbooten sitzen, immer mit der Gefahr das selbst bei einer kleinen Welle der Hintern nass wird. Das Tenderboot der Princess ist da wesentlich komfortabler wie ich es jetzt erkennen kann.

Als wir uns den Bad Steps nähern geh ich raus, um ein paar Fotos zu machen. Heute ist es trocken, da kann man besser zielen. Doch unversehens schiebt mir Jane vor. Ich soll erklären wie man durch die Bad Steps kommt, ich habs ja schliesslich schon gemacht. Das Erklären ist garnicht so einfach, nicht wegen dem Englischen, sondern weil sie aus der Entfernung einfach harmlos aussehen bzw. man die Höhen nicht abschätzen kann. Ich weiss wieviel Platz in der Höhle ist und wie hoch die erste Stufe ist, aber es schaut viel kleiner aus, wenn keiner im Felsen steht. 

Heute seh ich viel mehr Seals als vor einer Woche. Das liegt daran, das es weniger Wind gibt. Der ist zwar draussen auf dem Loch Scavaig zu spüren, doch hier im Schutz der Cuillins ist er nur noch schwach. Wir sehen einige Seehundmamas die ihren Nachwuchs auf dem Rücken tragen.

Beim Passagierwechsel steigen die Brandts nicht ein, sie haben sich dann wohl für einen längeren Aufenthalt entschieden. Auf der Rückfahrt gibt es wie immer Getränke, ich wähle bei dem herrschenden Wetter (das dürfte der erste wirkliche nasstrübe Tag sein) Heisse Schokolade, frage aber ob ich Extra Zucker haben kann. Gavin sieht mich verwundert an, Jane grinst nur, sie versteht mich. Heiss, süss und schokoladig ist genau das was ich heute brauche. Bei der Anfahrt auf die Anlegestelle seh ich zum ersten Mal einen Scalops-Diver. Nein, das ist kein Tier, sondern ein Mensch, der nach Jakobsmuscheln (Scalops) taucht und sie per Hand sammelt.



Ich lauf zurück nach Glasnakille, versuche aber einen Lift zu bekommen. Es klappt, ein kleines Auto hält auf Höhe Elgol Shop an. Ich muss mir allerdings den Platz freischaufeln, was nur für die Sitzfläche gelingt. Die Beine muss ich anziehen, weil die Füsse auf irgendwelcher Ausrüstung stehen. Es sind zwei Geologen, die im Auftrag der Gemeinde Erkundungsarbeiten für private Kleinstwasserkraftwerke machen. Ausgerechnet jetzt, wo es seit mehreren Wochen keinen richtigen Regen gab und einige Häuser kein Wasser mehr aus ihren Quellen bekommen.

Ich hol den Grossteil vom Rest der Muffins ab, es waren immerhin über 30Stück die fabriziert wurden. In der Küche treff ich Christine an, sie ist mit Packen fast fertig und gibt Jim letzte Anweisungen. Mir zeigt sie, welche Sachen auf dem Wäscheständer meine sind. Meine Sachen auf dem Wäscheständer? Sie hat mein Zimmer nochmal geputzt und die Sachen im Bad und die auf dem Bett sahen so aus als ob sie ne Wäsche bräuchten. Oh, danke.

Dann "Gute Reise" wir sehen uns dann im September wieder, wenn ich wenigstens mal kurz vorbeischaue oder vielleicht auch im Anbau wohne. Ich lauf los, wieder nach Elgol, diesmal auch mit Jacke. Ich habe noch nicht den halben Weg zurückgelegt, da bekomm ich einen Lift. Jim hält neben mir, er bringt Christine zum Bus. Sox muss auf der Rückbank zur Seite rutschen, dafür kann sie es sich auf Jims Jacke bequem machen.

Im Container warten als Passagiere für die Fahrt eine junge Familie mit einem 11Monate alten Mädchen. Währenddessen nimmt Tom, die Meldung der Bella Jane entgegen wo gesagt wird, das sie jetzt mit soundsovielen Passagieren abfährt. Als ich bei Tom nach den Brandts frage, sagt er das sie nicht auf der Liste stehen und von Gavin kam auch keine Korrektur der Liste. Die machen dann wohl einen ein Maxi Day Return Trip.

Die Bella Jane wird für ihre letzte Tour des Tages "beladen", da meldet David von draussen noch 2 Passagiere, da die Liste von Jane schon abgeholt wurden ist, wird das per Funk nachgemeldet, das auf die beiden noch gewartet wird.
Was solls.... "Tom, mach drei draus". Da Tom auf die Schnelle keine Wechselgeld für meine hingereichten Banknoten findet, bekomm ich nen Sondersonderpreis, weil er mir eine Note zurückreicht.

Ich lauf runter zum Boot und hüpf kurzerhand über den Vordereinstieg an Bord statt den Tritt weiter hinten zu nutzen. "Help yourself", Jane lacht und Gavin ist "verzweifelt" das ich schon wieder da bin. Eh, ich muss doch sicher gehen, das mein Lift wieder abgeholt wird.

Es sind nur wenige Passagiere an Bord, das Wetter ist langsam ungemütlich geworden. Im Steuerhaus ist es dagegen richtig angenehm. Deswegen holt Jane auch die kleine Familie hinzu. Hier kann das Kleinkind auch Laufübungen auf der Bank machen und sich dabei an der Lehne festhalten. Gavin beobachtet vergnügt die Versuche, wenn er nicht grade nach vorne schaut um die Bella Jane auf Kurs zu halten. Zeigt mir dann aber auch Bilder von seinen beiden Kindern. Den Sohn hab ich letztes Jahr kennengelernt, aber er hat auch noch ein süsses Mädel. Bei unserer Plauderei erinnert er sich sogar an die Tour, wo ich ihn kennengelernt habe. Drei Jahre ist es zwar schon her, aber es war sein Geburtstag und er bekam ein Ständchen von den Passagieren gesungen.

Jane, die fast die ganze Zeit an Deck war und dort erklärt und Fragen beantwortet hat, holt mich an die frische Luft als Gavin die Geschwindigkeit etwas drosselt und den kurz Richtung Ufer ändert. Wir nähern uns den Bad Steps und es ist jetzt meine Aufgabe sie zu zeigen und zu erklären, ohne Jane an meiner Seite. Ein Seehund der ein Junges Huckepack trägt setzt der Beantwortung von Fragen ein Ende.

Nachdem die Seehundfelsen umkurvt und noch einige dösende Seehunde gesichtet wurden sind, ist die Anlegestelle in Sicht. Dort liegen grade drei Boote nebeneinander. Die Misty Isle, die Sea Eagle und ein drittes Boot. Deswegen schaut Gavin auch durchs Fernglas. Das dritte Boot ist von Knoydart. Ich darf das Fernglas auch mal haben, aber nicht um die Boote besser zu sehen, sondern um zu schauen, ob mein Lift wartet. Da sitzen sie ja. Die anderen drei Boote legen ab und machen Platz für die Bella Jane. Alle Passagiere werden eingesammelt, keiner bleibt zurück, die Liste passt.

Ab zurück nach Elgol, da wo alles grade hinzudüsen scheint. Die SeaEagle nutzt dabei den Windschatten der MistyIsle. Steuerbord rauscht das Boot von Knoydart gen Heimat, das ist schneller als es ausschaut, hat aber noch ca. 1,5Stunden Fahrt vor sich.

Ich red mit Gavin über das Wetter und die Trockenheit, schau dabei aber auch Richtung Rum wo die Wolken und das Licht merkwürdig ausschauen, irgendwie nach Regen, aber andererseits kann man die Berge noch gut erkennen. Gavin verschafft sich Klarheit in dem er die Luc anfunkt, der auf dem Rückweg von Canna sein müsste und dabei an Rum vorbeifährt. Ja, die sind grad in den Regen gefahren. Kurz darauf meldet sich Alex, der von Eigg zurückkommt und auch im Regen unterwegs ist. Er verabredet mit Luc, das dieser die Ausrüstung übernimmt, die an Bord der Patricia Anne ist, so das Alex gleich an den Ankerplatz kann und dort vom Luc eingesammelt wird.

Der Run auf den Anleger von Elgol wird von zwei Fischerbooten verstärkt die von Süden kommen. So sind dann schonmal 6 Boote unterwegs und ein Blick durchs Fernglas zeigt, das immer noch Ebbe herrscht, zwei Fischerboote grade am Entladen sind und ein drittes schon wartet. Und der Regen naht, da wollen natürlich alle heim.

Durchs Fernglas kann ich die Rachel Charlotte sehen, aber warum steht neben Luc noch jemand in der Neon-Kleidung der Passagiere? Jane sagt mir dann, das das Richard ist, der ist grad auf Tour für neue Crewmitglieder.

Die Bella Jane erreicht die Wartezone vor dem Anleger und kurz danach kommen beide RIBs an und gehen längsseits, eines links, das andere rechts. Bis Luc rumfährt, Richard die Tüten mit der Ausrüstung umlädt und Alex das RIB an die Kette legen kann. Der Stau am Anleger wird zwar kürzer, die Fischerboote rücken grade auf, aber es dauert noch bis die Bella Jane, die als letzte ankam, dran ist. Luc bietet seinen Passagieren daraufhin noch eine Extra-Runde bevor er Alex auch noch an Bord holt.



Für die Misty Isle war noch kein Feierabend, sie hat noch eine Tour vor sich. Es näherte sich ein Gruppe dem Schiff, gekleidet in Regencapes. Ob eine Seefahrt im offenen Boot bei nahender Regenfront und zunehmenden Wind wirklich lustig ist?

Von Elgol geht es gleich weiter Richtung Broadford. Der Mietwagen wird von Frau Brandt gelenkt und sie beweist, das man auch mit einem solchen (einen zudem vollbesetzten Kleinwagen) die Strasse durchaus flink fahren kann.
Erster Halt "Broadford Hotel", damit ich aussteigen kann, muss mir die Tür von aussen geöffnet werden. Ich sitz auf der Kofferseite, da ist die Kindersicherung aktiviert wurden. Im Pub was gleich an das Hotel anschliesst sind alle Tische leider voll, auch die Sitzecke und die Bar.

Da ich den Inder in Kyleakin erwähnt hatte, wird dieser zum nächsten Ziel auserkoren, da sollte es noch einen freien Tisch geben. Kurz nach Start in Elgol hat es übrigens angefangen zu regnen. Noch war es Nieselregen. Angekommen beim Inder stellen wir beim Gang zum Tisch fest, das noch einige andere Gäste von Bella Jane Boat Trips, die Speisekarte studieren. Als wir unsere Bestellung aufgegeben haben, kommen auch noch zwei Crewmitglieder rein und grüssen mich sogar. Der Inder ist auch ein beliebter Take-Away.

Während wir auf das Essen warten, unterhalten wir uns über die letzten Tage, dabei kommt raus, das die Brandts bevor sie nach Glasnakille kamen auch in Portree waren und im Bayfield Backpackers übernachtet haben. In Raum zwei. Die müssen an dem Tag angekommen sein, als ich das Hostel verlassen habe. Auch sie fanden die Küche nur minimal ausgestattet und die sanitären Anlagen in ihrer Anzahl zu klein. Für sie ging das Preis-Leistungsverhältnis nicht auf, was ich als Singlereisender habe. Sie wollten das Zimmer für sich haben, und mussten somit das vierte Bett auch bezahlen. Hinzu kommt noch die Selbstverpflegung und kein eigenes Bad. Rowan Cottage war für sie da günstiger.

Um den Kellner nicht zu sehr zu verwirren, liessen wir das Essen auf eine Rechnung setzen und ich rechne meinen Anteil dann später raus. Da wussten wir allerdings noch nicht, das die Rechnung keinen Durchschlag hat und das Restaurant das Original braucht. Das dauerte ein ganzes Weilchen, die Rechnung nochmal abzuschreiben.

Während wir im Restaurant sassen ist der Niesel in richtigen Regen übergegangen, den ersten seit Wochen. Wir sind bei dem kurzen Weg zum Auto kaum nass geworden, es reicht aber aus, um für beschlagene Scheiben zu sorgen, da die Aussentemperatur seit dem Nachmittag empfindlich gefallen war.

Nach 2 Wochen war das aber das erste Mal das nasskaltes Wetter herrschte und das länger als 10min.

Zurück in Rowan Cottage muss noch das Frühstück geregelt werden, sowohl was die Zusammenstellung betrifft als auch die Zeit. Brandts wollen sehr früh los, sie haben sich in der Zeit für die Fähre vertan und bis zur Fähre selber sollte man auch eine Stunde Fahrzeit rechnen, dazu kommen noch die 45min die man vorher am Checkin sein sollte.

Nach einen sehr faulen Tag, ist für mich morgen cachen angesagt. Schöne grosse Runde auf Skye. Endlich mal wieder so richtig Autofahren und dann grinsen mich auf den Monitor auch noch vier neue Caches an, die bis jetzt noch keiner gefunden hat, einer gleich in Broadford. Ich verkneif es mir aber heute abend noch loszudüsen. Entweder ich bin morgen der erste Finder oder nicht.