Von der Rolle - Was im Sommer geschah (oder auch nicht)

 Im Fruehjahr und im Sommer konnte ich das Erlernte unter realen Bedingungen testen. Waehrend zwei Kajaktouren auf Fluessen forderte ich eine Eskimo-Rettung an, nachdem ich gekentert war (der Beweis das ich im gekenterten Boot wirklich Ruhe bewahre, denn Eskimo-Rettung ist auf Fluessen alles andere als normal, da wird normalerweise die Bootsnase vom Schwimmer ergriffen). Dann gabs dann noch das Kentertraining im Seekajak: ich meldete mich freiwillig wenn es darum ging Eskimo-Rettung zu ueben (ist auf dem Meer oder Seen wahrscheinlicher) und hing dann schonmal 15 bis 20Sekunden im kalten Wasser (und das ohne Nasenklemme!), damit wer anders ueben konnte wie man sich dem gekenterten Boot naehert damit dessen Insasse sich hochdrehen kann. Rekord war diese Uebung 4mal hintereinander und jedesmal dauerte es laenger bis ich endlich Luft schnappen konnte, weil derjenige der uebte so seine Schwierigkeiten hatte und ein anderer Paddler einspringen musste. Bloed wenn man dann keine Rolle kann und kurz vor ner Schwimmeinlage steht, weil der Sauerstoff dann doch so langsam knapp wird.

Rollentraining gabs im Sommer nicht, aber ich hatte beschlossen in kommenden Fruehjahr zur 3Star Pruefung des BCU anzutreten und da muss man eine Rolle vorfuehren koennen. Deswegen beschloss ich zu einem speziellen Training zu gehen wo es nur darum geht das Rollen zu lernen, weil Videos auf youTube und diverse Buecher brachten auch keinen Fortschritt. Andere koennen so Lernen, ich nicht. Somit wurde ein Lehrgang gebucht.

Am Wochenende davor ging ich aber noch zu einem Vorbereitungskurs fuer die 3 Star Pruefung mit Explore Highlands. Bei nur drei Teilnehmern, dem Kursleiter und einen Trainer, der fuer eine "Befoerderung" andere Kurse beobachten muss, ein durchaus gutes Verhaeltnis fuer diverse Uebungen, vorallem weil zum Schluss uns die Moeglichkeit gegeben wurde die Rolle zu ueben. Wieder einmal hatte ich es fast. So kam die Idee es mit einem Luftkissen ueber dem Paddelblatt zu versuchen, dadurch wuerde das Paddeln nicht absinken und man kann sich darauf abstuetzen. Doch damit wurde es fuer mich nur noch schwieriger, weil das Luftkissen bot soviel Widerstand im Wasser, das ich das Paddel nicht rumgeschwungen bekam.

Der praktische Teil des Trainingswochenendes war abgeschlossen, doch es kam noch die Nachbesprechung im Buero von Donald MacPherson und aufwaermen bei Tee/Kaffee. Donald nutzte die Chance und malte ein paar lustige Skizzen an die Tafel um zu erklaeren wie die Rolle funktioniert. Und da fiel der Groschen bei mir. Es war schon kurz davor am Tag zuvor als wir beim Ueben der Eskimo-Rettung ein wenig die Physik diskutierten, aber es fehlte noch das entscheidende Stueck und die Zeichnungen (grinsendes Strichmaenneken in einem Boot).

Ein guter Ansatz fuer den Rollen-Kehrgang am folgenden Wochenende. Der totale kam in dem Lehrgang nicht. Ich bekam eine Rolle hin, doch einer der anderen Studenten hatte seine Finger sehr nah an meinem Blatt und so war ich mir nicht sicher, ob er mir nicht doch eine winzige hilfe gab.

Jedoch war ich jetzt in der Lage, jeden einzelnen Schritt der Rolle zu verstehen und ich wusste, was ich falsch machte, wenn ich es nicht schaffte (also quasi jedes Mal, ist zum Teil frustrierend wenn man sehr oft scheitert, aber besser zu wissen wieso als im Dunkeln zu tappen).

Zwei Tage, na gut es war etwas mehr als 1.5 Tage, mit jeder Menge Rollversuchen, assistierten Rollen, Teilschritten der Rolle. Die Rolle selbst war jedoch keine Anstrengung und die Schultern beschwerdefrei (von einem Ausrutscher abgesehen). Also ganz anders als waehrend der Pools Sessions und ich hatte gelernt weniger auf die Kraft in meinen Armen zu vertrauen, dafuer Technik anzuwenden.

Ein paar Bilder vom zweiten Tag des Rollen-Lehrgangs